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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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für 158,040 Millionen Ulmen hervorbringen könne. Schon Ma-rivtte war durch die Beobachtung, daß in ausgetrockneten Teichenbisweilen Pflanzen zum Vorschein kommen, die sonst in der Um-gegend nicht wachsen, zu dem Schlüsse geführt worden, daß Ge-wächse ohne Samen entliehen konnten. Diese Art der Entstehungsuchte etwas später Givv. Baptist» Triumfetti, freilich nichtaus sehr einleuchtende Weise, darzuthun*). Daß derselbe noch andas Mährchcn von der Palingencsie oder der Wiederherstellung derPflanzen aus ihrer Asche*) in vollem Ernste glaubte, gibt ebenkein Zeugniß von seiner unbefangenen Naturbeobachtung. Somischten sich in die bessern Beobachtungen jener Zeit oft noch mancheverkehrte Ansichten und trübe Vorstellungen ein.

Endlich wurde noch zuerst in England von mehreren Forschern(Grew, Millingtvn, Jak. Bobart und Ray) die Frage überdie Befruchtung der Gewächse angeregt; aber waren doch mehrnur dunkle Andeutungen und Vermuthungen, die darüber geäußertwurden. Daher bleibt, wie schon (S. 470) bemerkt, dem Rud.Jak. Camerarius das Verdienst, die Befruchtung wirklich er-wiesen und den eigentlichen Grund zur Sexualthevrie gelegt zu haben.

§. 368.

Im vorigen Jahrhundert sahen wir bereits eine ziemliche An-zahl botanischer Gärten in Italien, der Schweiz, Deutschland, denNiederlanden, Grvsbrittanien und Frankreich entstehen. In demgegenwärtigen Zeitraume vermehrte sich nicht nur ihre Zahl in dengenannten Ländern um ein Bedeutendes, sondern es wurden auchdergleichen Gärten in andern europäischen Ländern, nämlich in Dä-nemark zu Kopenhagen (1640), in Polen zu War-schau (1651), in Schweden zu Upsala ( 1657), inUngarn zu Preßburg (1664) und in Finnland zuAbo (1673) angelegt, und dadurch zugleich die Mittel und

*) 7'/n«m/ettr', Odservatione« <ie oitu et Vegetation« plan-

tai-um. ko,»»e 1685. (4.).

") Wenn nämlich, nach dem Verbrennen der Pflanzen und dem Aus-laugen ihrer Asche, die in der leztern enthalten gewesenen Salzein Krystallen anschössen, so glaubten Manche darin den Bau unddie Gestalt der verbrannten Gewächse wieder zu erkennen und dar-aus die Auferstehung der Todten beweisen zu können.