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2/2 (1839) Allgemeine Botanik III / von Gottl. Wilhelm Bischoff
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nicht bekannt waren. — Richtiger beobachtete der schon unterden Phytographcn dieses Zeitraums rühmlich erwähnte Kasim.Christoph Schmidel, welcher die kryptogamischcn Gewächsemit unübertrefflichem Scharfsinn untersuchte, und namentlich dieFortpflanzungsorgane der Lebermoose mit solcher Genauigkeit undTreue darstellte und deren Bedeutung so richtig erklärte, daßwenig zu wünschen übrig bleibt. Daher geben auch jczt nochseine (S. 507 genannten) Schriften eine reiche Quelle der Be-lehrung über jene Gewächse ab. — Bei den Moosen hatten JohnHill* *) und David Meese") die Zähne und Wimpern deSMündungsbesatzcs der Büchse für die männlichen Organe erklärt,und der Leztere nahm daher die Moose für polyandriscbe Ge-wächse. — Aber Schreber bewies durch die genaue Untersu-chung der Utiasoum-Arten 2 ), daß die Mvvskapsel nicht der ge-meinschaftliche Behälter des Pollens und der Samen, sondern daswirkliche Fruchtgehäuse sey, und glaubte die Staubgefäße inden am Grunde des Scheidchcns stehenden Saftfädcn erkanntzu haben.

Joh. Gottl. Gleditsch suchte, wie schon Micheli ge-than hatte, das doppelte Geschlecht auch bei den Pilzen nachzu-weisen, indem er, wie dieser, die am Rande der Lamellen mancherBlättcrpilze und der Rvhrchcn mchrer Löcherpilzc hervortretendenSchläuche für Antheren» und die Sporen für Samen erklärte^).Ueberhaupt erregten die Pilze, nachdem man dieselben einmalfleißiger zu beobachten angefangen, durch ihre eigenthümlichen For-men und Lcbcnserschcinungcn die Aufmerksamkeit vieler Forscher,und gaben zu mancherlei, zum Theil ganz widersprechenden Mei-nungen über ihre Natur Veranlassung. Großes Aufsehen machtedie Entdeckung des Freiherr» Otto von Münch Hausen, eines

>) ck. »itt, 1°l,e drilisk berb»I p. SS <s. S. 523 , Nro. t dieses Lehrb.).

^ctn 8oeiet. 8eient. I>!>rlei»e»8>8. lom. X, k»rt. II, p. 171.

2) ^ <7. vo ptillk-co p. XIX ts. S. 357 dieses Lehrb.).

*) Mei». äe lle Berlin 1748, p. so. — Gleditsch machte

auch mit glücklichem Erfolge den für die Lehre von der Befruchtungwichtigen Versuch, eine weibliche Palme, die vorher nie ihre Früchtezur Reife brachte, mit dem Pollen einer entfernten männliche»Pflanze der nämlichen Art zu befruchten. <I»e«. üe l'^caä. a-Lerl. 174S, p. 103 .)