(j Einleitung.
sleme in der Bedeutung, wie Wilbrand diesen Ausdruck genommen wissenwollte ; eine Bedeutung, auf welche Schelling verweist, wenn er sagt: »Kannst»du dem Metall gebieten, sich in den Punct zu stellen, wo es in deiner Vcr-»standesordnung liegt, oder der Pflanze, da zu blühen, wo du sie hinreihst,»oder überhaupt den Wesen, sich zu sondern, wie du sie sonderst, und liegt»nicht vielmehr Alles in einer giittlichen Verwirrung vor dir?« — Diese Ver-wirrung, wenigstens im Gebiete der anorganischen Kiirperwelt aufzuklüren,das ist es am Ende, was wir von der Geologie fordern. Während also dieMineralogie ein System schafft, welches als solches nirgends in derAussen-welt existirt, so sucht die Geologie nur Erkenntniss und Verständniss einesSystemes, welchem in allen seinen Theilen objectivc Realität zukommt, welchesihr im Erdbälle und in den verschiedenen Gliedern desselben realitervorliegt.
§. 3. Allgemeine Eintheilung der Geologie.
Die Eintheilung einer Wissenschaft muss sich aus ihrer Definitionableiten lassen. Nun folgt aus §. 2, dass die Geologie eine möglichstvollständige und systematische Darstellung aller Eigenschaften, Kraft-äusserungen und Zustände sowohl des Erdkörpers überhaupt, als auchseiner einzelnen Glieder, so wie eine Darstellung der gegenseitigen Ver-knüpfung und Wechselwirkung dieser letzteren geben soll.
Es hat aber unser Planet von der Urzeit bis zur Gegenwart sehl-verschiedene Zustände durchlaufen; denn sehr viele Thatsachen lie-fern uns eben so viele Beweise dafür, dass namentlich seine äussereRinde im Laufe der Zeiten die manchfaltigsten Veränderungen und Um-wälzungen erlitten und den Schauplatz sehr verschiedenartiger Ereignisseabgegeben haben muss. Da sich nun diese verschiedenen Zuständeunmöglich zugleich in Betrachtung ziehen lassen, so entsteht uns dieFrage, welcher Zustand wohl eigentlich zunächst erforscht und darge-stellt werden soll. Die Antwort auf diese Frage kann wohl nur dahinlauten, dass es der gegenwärtige Zustand sei, welchem dieses Vor-recht gebührt; denn er allein lallt in den Bereich unserer unmittelbarenWahrnehmung, er allein bildet das eigentliche Feld unserer wissenschaft-lichen Forschung, und Alles, was wir über die früheren Zustände desPlaneten zu erschliessen oder zu errathen vermögen, wird aus einergenauen Untersuchung seiner gegenwärtigen Erscheinungsweise abzulei-ten sein*).
*) Recht gut bemerkt v. Holger iu Betretl' dieser frühereu Zustäude a. a. 0.S. 19 : < wir haben hier das Unangenehme, dass wir erst ins Theater gekommen sind,>nachdem bereits der Vorhang gefallen ist; wir müssen das Schauspiel, das gegeben