Band 
Erster Band.
Seite
15
JPEG-Download
 

Gestalt und Grosse der Erde.

15

Da man, namentlich in späteren Zeiten, die Bestimmung der Längeeines Meridian gr ad es und die Vergleichung solcher Längen für die,unter verschiedenen Breiten liegenden Grade als eine der hauptsächlichenAufgaben der Geodäsie erkannte, so pflegt man dergleichen Messungengewöhnlich als Grad in ess ungen zu bezeichnen, obgleich sie oft überMeridianbogen von vielen Graden ausgedehnt worden sind.

In der Voraussetzung einer vollkommenen Kugelgestalt derErde mussten natürlich alle Grade gleich gross befunden werden; alleindie ersten Messungen gaben wegen der Unvollkommenheit der dabeiangewendeten Instrumente uud Methoden äussersl abweichende Resul-tate. Es bestimmte sich z. B. die Länge eines Meridiangrades

nach Fernei zu 57070 Toisen

- Snell - 55021 -

- Norwood- 57424

- Riccioli - 02650

so dass noch Differenzen bis zu inehren tausend Toisen Vorlagen. Dieseenormen Dilferenzen und die praktische Wichtigkeit der Sache für Geo-graphie und Schifffahrt veranlassten die französische Akademie der Wis-senschaften, den ausgezeichneten Mathematiker Picard mit einer Messungzu beauftragen, bei welcher die höchste Sorgfalt zur Erlangung der mög-lichsten Genauigkeit führen sollte. Picard inaass demzulolgc im Jahre1070 den Bogen zwischen Amiens und Malvoisine, und (and

1° = 57000 Toisen*),

womit zufälligerweise das Resultat von Fernei sehr wohl üherein-slimmt**).

§. 7. Abweichungen der Erde von der Kugelgestalt.

Bis zu dieser Messung von Picard hatte man als dieei 0 ei tgäbe solcher Operationen nur immer die Grössenbestimmung er ^rt eim Sinne, weil man sie nun einmal für eine vollkommene tu e e ue *und an der Richtigkeit dieser Voraussetzung gac nicht me lr zwei e n zukönnen glaubte. Allein von jetzt an wurde auch die Frage nach der

*) Ouwages de muthemaiique de M.^SündUgef; er Uattc die

«) Denn femels He8.na« ;beruhte ; auf b E|ltfenml)gS einev beiden

Polhöhe von Paris um */s° unrichtig bestimmt,

Stationen durch die Umgänge der Räder eines agens.