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Erster Band.
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schlank mit einer Gesichtsfarbe wie Milch und Blut, züchtig schlägt siebei unserm Blick das himmelblaue Auge nieder, ehrbar ist ihre Kleidung,ihren schwellenden Lippen entschlüpfen volle, wol hartklingende Laute,aber sie scheinen uns bekannt, ihre Rede verkündet milde, aber feste,dauernde Gefühle, innige Gottesfurcht. Dort schauen wir ein Mädchen,mehr klein als groß, mit gebranntem Gesicht, die Wange, ist sie gerathet,hochroth, das Haar schwarz, das Auge schwarz, nur Gluth in allenEmpfindungen athmend, den Blick erwidernd, erregend, die üppigenFormen in üppiges Gewand nachlässig gehüllt; der schone Mund ist dieunversiegbare Quelle eines süßen Geschwätzes, in melodischen Tönen zwar,aber ohne Tiefe des Gemüths, sein Gebet ist an die Heiligen der Kirchegerichtet, nur durch ihre Vermittelung kann Gott die vielfachen Sündenvergeben, wenn der Priester es nicht vermag. Wo lebt die Blondine,wo lebt die Brünette? Wie manchfaltig ist der Karakter des Menschen:Hier begegnen wir einem Landmann; er ist freündlich und höflich, stetsguter Dinge tanzt er gleichsam hinter seinem Pfluge, dessen Gespann erin den liebreichsten Worten, selten thätlich, anfeuert; zuvorkommendweisst er Eüch, seid Ihr des Weges unkundig, zurecht, wohlwollendübersteht er die Fehler, die Ihr beim Ausdruck seiner Muttersprache,die Ihr erlernen mußtet, macht; plauderhaft weiß er Eüch die Großthatenseiner Väter zu erzählen; seiner nächsten Umgebungen, seiner Familieerwähnt er nicht; dagegen kennt er kein Maaß und Ziel in der Ein-bildung, einer Nation anzugehören, die an der Spitze der Civilisation zuschreiten vermeint; mit Stolz brüstet er sich, der Kurzsichtige, auch Theilzu haben am Neubau des gesellschaftlichen Gebaüdes, das seine Vorfahrenleichtfertig an einem Tage niederrissen. Dort treffen wir auf einenandern Landmann; kräftig von Gestalt schreitet er mehr schwerfällig alsleicht, doch sichern Schritts, einher; nicht eben zuvorkommend, aber treü-herzig erwidert er Eüern Gruß, mit dem er sinniger Weise den Namendes Herrn verbindet; von Natur schweigsam thut sich sein Herz aus, wennIhr ihn nach Weib und Kind theilnehmend fragt; er zeigt sich als einechter Familienvater, dem das Wohl der Seinigen am Herzen liegt, unddas Wohl und Weh seiner Nachbarn; mit Liebe an dem Herkömmlichenhangend verkennt er das Gute der Gegenwart nicht, aber er will es sich nichtmit Einem Male, mit Gewalt aufdringen lassen, die Erschütterung liebter nicht, nach und nach' soll es ihm zu Theil werden. Und fragt Ihrnach diesem oder jenem großen Ereigniß, so gefleht er wol, daß auch erTheil daran nahm, aber in dieses Geständniß mischt sich kein Gefühlvon Stolz, nur das Bewußtsein, seine Pflicht erfüllt zu haben. Wo