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Erster Band.
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am 29. März I8V7 ebenfalls von Olbers. Außer den Planeten gehöreneine Menge Kometen zn unserer Welt.

Der Sternkunde liegt es ob, die Fundamente nachzuweisen, aufwelchen das Sonnensystem erbaut ist; sie ist es, welche den Lauf derWandel- und Haar-Sterne berechnet, und zeigt, daß diese sich nicht, wiedie Alten von den erstern behaupteten, und auch noch von Kvperuikusangenommen wurde, in Kreisen, sondern wie Kepler, auf seines Lehrers,Tycho Brahe, Beobachtungen gestützt, auffand, in Kurven um die Sonnebewegen, welche die Geometrie Ellipsen nennt. Wenn wir das Endeeines Fadens an einen Stift knüpfen, und mit dem andern Ende umdiesen Stift eine Linie ziehen, so entsteht ein Kreis. Wenn wir aberzwei feste Stifte haben, und an einen jeden eines der beiden Enden einesFadens knüpfen, der länger ist als der Abstand beider Stifte, diesen Fadendurch einen dritten beweglichen Stift ausspannen, den wir innerhalb desFadens herumführen, so heißt die krumme Linie, welche dadurch beschriebenwird, eine Ellipse. Die Stellen der beiden Stifte nennt man die Brenn-punkte der Ellipse. Führt man den beweglichen Stift ganz herum, sokommt er zwei Mal in die gerade Linie, welche die beiden Brennpunktebilden, ein Mal zunächst bei dem einen dieser Punkte, das andere Malzunächst bei dem andern; und der Abstand dieser beiden Stellen von ein-ander ist so groß als die Länge des Fadens. Er heißt die große Achseder Ellipse. In der Mitte zwischen beiden liegt das Centrum; und eineaus demselben durch die große Achse gezogene senkrechte Linie bildet diekleine Achse der Ellipse, die von der großen desto verschiedener sein wird,je weiter die beiden Brennpunkte von einander entfernt sind, so wie sichhingegen die Gestalt der Ellipse immer mehr einem Kreise nähert, je nähersie einander rücken. In Kurven dieser Art schwingt die Planetenweltzwischen diesen Gränzen, die sie nicht überschreiten kann; sie enthält insich selbst die Principien der Beständigkeit und Dauer, die zu ihrer Lenkungund Erhaltung hinreichend sind. Als unsere Kenntnisse noch unvoll-kommener waren, als sie es jetzt sind, nahmen wir, um die Gesetze derMechanik des Himmels erklären zu können, zu aushelsenden Ursachenunsere Zuflucht; aber je mehr man das Weltall ftudirte, desto mehr fandman Anlaß, die Einheit und Einfachheit seiner Gesetze zu bewundern.Der Astronomie, dieser erhabenen Lehre von den Wundern des Himmels,muß es vorbehalten bleiben, die Zeiten zu berechnen, in welchen diePlaneten ihre Schwingungen um das gemeinsame Centrum vollenden; sielehrt uns die Entfernungen kennen, in welchen die Wandelsterne auf ihrerelliptischen Bahn von der Sonne stehen, ihr gegenseitiges Größen-Ver-Berghcms, Bd. I. 2