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Weltsystems auf die Nachwelt gekommen ist. In der Mitte desselbenstehet also, wie gesagt, die Erde unbeweglich. Ihre nächste Umgebung istdie Region der Luft, auf diese folgt die Region des Feuers; dann kommendie Weltkörper, deren jeder einen Himmel hat: der Mond, der Merkur,die Venus, die Sonne, der Mars, der Jupiter und der Saturn; aufdiese folgt das Firmament der Fixsterne, das ganze zahllose Heer derübrigen Himmelskörper: Alles beschreibt durch eine tägliche Umwälzung,oder in einem Zeitraume von vier und zwanzig Stunden, in der Richtungvon Osten nach Westen Kreise um den Mittelpunkt der ganzen Schöpfung.Jenseits des Firmaments der Fixsterne liegen zwei Krystall-Sphären; diezweite ist von der Urkraft umgürtet, welche das ganze himmlische Heer ineinem Tage um die Erde führt, und jenseits dieser Region erhebt sich derhöchste Himmel, der den Seligen zum Aufenthalt angewiesen ist.
Obwol diese Vorstellung vom Weltgebaüde zu allen Zeiten mehr oderminder starke Einwürfe erfuhr, so behauptete sie doch vierzehn Jahr-hunderte lang ihre Herrschaft, und noch sind nicht volle dreihundert Jahreverflossen, daß die Unrichtigkeit derselben allgemein anerkannt worden ist.Es war im Jahre 1543, als Kopernikus, welcher als Geistlicher in Frauen-burg in Preüßen lebte, das nach ihm benannte Sonnensystem bekanntmachte. Waren auch die Grundlagen desselben nicht neü, indem, wieschon erwähnt, die Pythagoräer die jährliche Bewegung innerhalb derEkliptik von der Sonne auf die Erde zu übertragen, und andere Philo-sophen dem Erdkörper eine Rotation oder die Bewegung um eine Achsezur Erklärung des Phänomens von Tag und Nacht beizulegen sich be-mühten, so ist doch Kopernikus dadurch, daß er beide Ansichten mit ein-ander verband und zur Evidenz erhob, der Gründer der wahren Mechanikdes Himmels geworden. Nach diesem richtigen Systeme steht die Alleserleüchtende Sonne in der Mitte der Bahnen, welche die bis jetzt be-kannten eils Planeten beschreiben. Der nächste Planet bei der Sonne istder Merkur; hierauf folgt in einer größer» Entfernung die Venus; dannkommt, die dritte Stelle einnehmend, die Erde, vom Monde, ihremNebenplaneteu begleitet; dann beschreiben der Reihe nach Mars, Ceres,Pallas, Juno, Vesta ihre Bahnen; hierauf der Jupiter, von vier, derSaturn von sieben, und endlich der Uranus, am äußersten Ende desPlanetensystems, von sechs Trabanten oder Monden begleitet. Sechsdieser Planeten waren schon den Alten bekannt; fünf aber sind erst inneüerer Zeit entdeckt worden, nämlich Uranus am 13. März 1781 vonHerschel, Ceres am 1. Januar 1801 von Piazzi, Pallas am 28. März18V2 von Olbers, Juno am l. September 1804 von Harding, und Vesta