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Bestimmung der Gestalt der Erde zu verwenden, ist man nie zu einemvollkommen befriedigenden Resultat gekommen. In der Voraussetzungnämlich, daß die Erde ein abgeplattetes Ellipsoid sei, müssen die ellip-tischen Meridiane alle einander gleich sein. Die Berechnung giebt aber,je nachdem man ein anderes Paar von Gradmessungen mit einandervergleicht, immer eine etwas andere Ellipse, und schon Bouguer war des-halb auf den Gedanken gekommen, daß die Erde eine etwas von derellipsoidischen abweichende Krümmung habe. Während Lalande dieserMeinung beitrat, haben Andere zu zeigen sich bemüht, daß diese Abwei-chungen mit der ellipsoidischen Gestalt in Einklang gebracht werden könn-ten, wenn man annehme, daß die Achse des Ellipsoids eine von der ge-genwärtigen Achse des Umschwungs der Erde abweichende Lage habe.Von den zahlreichen Gradmessungen, welche oben nachgewiesen wordensind, benützt man zur Berechnung des Verhältnisses der Erddurchmesseroder zur Bestimmung der Abplattung die Resultate nur der neüern, seitdem Jahre 1792 ausgeführten Operationen, und läßt alle ältern Messun-gen wegen ihrer mindern Zuverlässigkeit unberücksichtigt, mit alleinigerAusnahme des Peruanischen Meridianbogens, den man, weil er unmit-telbar unter dem Äquator liegt, für ein definitives Resultat unerläßlichhält. Das Problem, aus gemessenen Meridiangraden die Gestalt derErde zu bestimmen, ist in seiner größten Allgemeinheit von Laplace un-tersucht worden; wir können auf das Detail desselben nicht eingehen, son-dern müssen uns auf das Resultat beschränken, welches von ihm undandern Mathematikern gefunden worden ist. Es beträgt die Abplat-tung nach
Laplace .Zach . >DelambreLegendreLindenauWalbeck ,Schmidt ,
1 : 3341 : 31V1 : 308,«.1 : 3051 : 3041 : 302„»1 : 298,-g
Leicht wäre es, dieses Verzeichniß zu vermehren; doch möge es anden mitgetheilten Werthen genügen, die in sich, größtentheils, wiederumMittelzahlen aus den Resultaten der einzelnen Gradmessungen sind.Deütet auch die Gesammtheit aller Gradmessungen darauf hin, daß dieAchse der Erde kleiner ist, als der Durchmesser, und läßt sie den Nennerder die Abplattung ausdrückenden Bruchgröße zwischen den Gränzzahlen334 und 298 schwanken, so darf es doch auch nicht unerwähnt bleiben,