Band 
Erster Band.
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kaum den dritten Theil einer Linie betragen. Indem wir also hier dieAbplattung vernachlässigen können, dürfen wir es auch noch bei unsernLandkarten, wenn diese, in kleinem Maaßverhältnisse, zur Übersicht derganzen Erde, einzelner Erdtheile oder größerer Länderabschnitte dienen;und erst dann wird sie zn berücksichtigen sein, wenn es sich um die ingroßem Maaßstabe entworfene Specialkarte eines ganzen Landes handelt.Hierbei waltet aber das Bedenken ob, welchen Abplattungswerth man beider Konstruktion der Karte zum Grunde legen soll? Denn der Werth,welcher noch vor wenigen Jahren als allgemein gültig angenommen wer-den konnte, hat diese Eigenschaft gegenwärtig nicht mehr, und es stehtzu erwarten, daß auch der Werth, dem man heilte zu Tage Vertrauenschenkt, beseitigt werden müsse, wenn der Erfahrungen über das wahreAbplattungsverhältniß noch mehrere gesammelt sein werden. Wie bedeü-tend aber die Abplattung auf den Flächeninhalt wirke, sehen wir aus denoben mitgetheilten Angaben, wo die Oberfläche des Ellipsoids von derKugelfläche um 21 oder 43 Tausend Quadratmeilen verschieden ist, jenachdem die Kugel mit dem halben Durchmesser oder mit der halben Achsebeschrieben ist. Bei Ermittelung des Areals größerer Länder, oder garganzer Erdtheile nstrd man daher die Abplattung nie vernachlässigen dür-fen, wenn man nicht Gefahr laufen will, große Irrthümer zu begehen;aber auch hier stößt man auf die Schwierigkeit, welche bei der Wahl derNormal-Abplattung (wie man den Werth nennen könnte, der dem unre-gelmäßigen Ellipsoid am besten entspricht) obwaltet.

Das bisher unvermeidliche Schwanken der Größe der Abplattung hatzugleich ein Schwanken über die wahre Länge der deütschen Meile zurFolge, deren Werth in landesüblichem Maaße, in Ruthen, Klaftern,Toisen, Fuß, nur nach der wahren, in eben demselben Maaße ausgedrück-ten Größe des Äquatorgrades bestimmt werden kann. Sind wir nachden obigen Andeütungen über die Gestalt der Erde berechtigt, für jetzt einEllipsoid mit der Polar-Abplattung — 1 : 289 anzunehmen, so hat diedeütsche Meile, wie wir gesehen haben, eine Länge von 3807,09 Toisenoder 22842,z» Pariser Fuß; und dieser Werth verwandelt sich, da der so-genannte rheinländische, in einem großen Theil von Deütschland üblicheFuß 139,Pariser Linien enthält, in 23642,rheinländische Fuß, derenzwölf auf eine Preüßische Ruthe gehen; so daß die deütsche Meile, stetsunter der angeführten Abplattungs-Hypothese, 1979,„5 Preüßische Ruthenenthält. Ändert sich die Abplattung, so ändern sich auch die angeführtenGrößen; und es ist daher ein kecker, obwol großartiger Gedanke, ein un-veränderliches Normalmaaß annehmen zu wollen, das aus den Größen-