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Was zunächst die Gestalt der Atmosphäre anbelangt, so mangelt eszur Bestimmung derselben zwar an unmittelbaren Wahrnehmungen; aberschon daraus, daß diese aus einem elastischen Fluidum bestehende Hülleeinen Bestandtheil der Erde ausmacht, mögte man, von theoretischenFolgerungen unterstützt, schließen dürfen, — sie nehme an der Form desErdkörpers Theil und müsse demnach eine Afterkugel sein, welche durchUmdrehung um die kleine Achse einer Ellipse entstanden ist. MehrereGründe, deren Erörterung in diesen Umrissen zu weit führen würde,machen es auch wahrscheinlich, daß die Abplattung des Luftsphäroids derAbplattung des terrestrischen Ellipsoids nahe gleich sei, und jenes an derunregelmäßigen Gestalt von diesem Theil nehme. Fragt man dann nachdem Halbmesser dieser atmosphärischen .Plattkugel, so läßt sich diese Frageauch so stellen: Wie hoch ist die Atmosphäre? Eine absolute Genauigkeitläßt sich bei Beantwortung dieser Frage nicht erreichen, weil die Haupt-bestandtheile der Atmosphäre ausdehnbare Flüssigkeiten sind, die in ihrentiefern Schichten durch den Druck der obern zusammengedrückt werden, sodaß die Dichtigkeit der Atmosphäre von unten nach oben stets abnimmt.Von dem Grundsätze jedoch ausgehend, daß ihre Gränze da liegt, wo diespecifische Federkraft der Luft mit der Schwere ins Gleichgewicht kommt,hat es G. G. Schmidt versucht, ihre Höhe annähernd zu bestimmen, undgefunden, daß diese unter dem Äquator 104975 Toisen oder 27,§ deütscheMeilen, und unter den Polen 103518 Toisen oder 27,, d. Meilen betrage.Diese Bestimmungen haben bei dem als normal angenommenen Druckder Luft und der Ausdehnung, welche letztere durch die Wärme erleidet,nur einen bedingten Werth, weil das Gesetz der Wärme-Abnahme beiwachsender Höhe nicht in erforderlicher Schärfe bekannt ist. Nimmt mauindeß die gefundenen Zahlen als nahe richtig an, so muß jenseits derGränze der Atmosphäre entweder ein ganz leerer Raum, oder ein anderesFluidum vorhanden sein, das uns in seinen Eigenschaften völlig unbe-kannt ist, um den weiten ungeheuern Raum zwischen der Erde und denandern Weltkörpern auszufüllen; obwol dieser letzter» Annahme die be-kannten Erfahrungen widersprechen, daß verschiedene Gasarten durch wech-selseitige Attraktion sich, ihrem statischen Verhalten entgegen, vermischen,und die Atmosphäre mit steigender Höhe an Feüchtigkeit eher ab- alszunimmt. Eine andere Methode, die Höhe der Atmosphäre zu finden,gründet sich auf die Dämmerung, woraus zum wenigsten diejenige Gränzebestimmt werden kann, wo die Luftpartikelchen die Lichtstrahlen nicht mehrreflektiren. Aus dem bekannten Winkel des Dämmerungskreises unterdem Horizont und dem mittlern Erdhalbmesser ergiebt sich sodann die