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Für die Lehre vom Höhenmessen mit dem Barometer ist die Verän-derlichkeit des mittlern Barometerstandes am Meere von größter Wichtig-keit; denn da wir alle Höhenbestimmungen auf den absolut tiefsten Punktder Erdoberfläche, das ist auf den Spiegel des Meeres, beziehen, so ist esnicht gleichgültig, welchen Barometerstand wir an demselben bei hypsome-trischen Berechnungen zum Grunde legen. Er richtet sich, wie aus dervorstehenden Tabelle hervorgeht, nach dem Erdgürtel und selbst dem Pa-rallelkreise, in und unter welchem die Höhenmessungen gemacht werden.Bleiben wir in dieser Beziehung bei der Zone von Deütschland stehen, dievon den Parallelkreiseu 45° und 54'/?° begränzt ist, so leüchtet es ein,daß, wenn wir die Höhe eines Ortes nach seiner mittlern Barometerhöheaus dem an der Nordgränze der Zone gültigen Mittelstände des Baro-meters am Meere herleiten wollen, ein zu kleiner Werth gewonnen wird;dagegen ein zu großer, wenn wir den Mittelstand an der Südgränze alsElement in die Rechnung nehmen. Da nun das Gesetz der Veränderlich-keit der Barometerhöhe am Meere mit dem Wechsel der Polhöhe in sei-ner Wesenheit auf dem Gesetz der Luftströmungen beruht, dieses uns aberfür die in Rede seiende Zone von Deütschland noch nicht bekannt ist, sokönnen wir bis dahin, daß letzteres aufgefunden sein wird, von der Vor-aussetzung ausgehen, daß, immer in der Zone zwischen Lat. 45° und 54'/-°,die mittlere Barvmeterhöhe am Meere mit der wachsenden Latitudo indemselben Verhältnisse abnimmt, wie die Polhöhe zunimmt. Es wirdalso darauf ankommen, aus den Beobachtungen eine Konstante herzuleiten,welche in Form eines Koeffizienten zur Bestimmung der Linie gleichenLuftdrucks (isobarischen Linie) für jede gegebene Polhöhe innerhalb derZone von Deütschland benützt werden kann. Diese Konstante ergiebt sichnach einer frühern Berechnung Ic ^ und die korrigirte Barome-
terhöhe Ii für die Polhöhe fl, wenn 6 der Barometerstand am Meere aneiner der Gränzen der Zone, und rh die Größe der Verbesserung ist,
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in welcher Formel das Zeichen -s- für abnehmende, das Zeichen — fürwachsende Latituden gilt.
Ob auch die Longitndo eine Veränderlichkeit in dem mittlern Baro-meterstand am Meere mit sich führe, ist eine Frage, auf welche AdolfErman eine bejahende Antwort gegeben hat, indem er nach eigenen Beob-achtungen annimmt, daß innerhalb der Wendekreise und in ihren nächstenAngränzungen der gemäßigten Zone der Druck der Atmosphäre auf demMeridian der Azorischen Inseln ein Marimum darbiete, und von diesem