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Die mittlere werde um Mittag genommen. Die Summe jener beidenmuttiplicire man mit 5 und lege dazu das Achtfache der mittlern. Dasauf diese Weise erhaltene Resultat werde darauf durch 18 dividirt.
3) Werden täglich 5 Thermometerstände aufgezeichnet, so wähle manden ersten bei Sonnen-Aufgang, den zweiten um den vierten Theil desTages später, den dritten um Mittag, den vierten nm den vierten Theildes Tages nach Mittag, und den fünften bei Sonnen-Untergang. DieSumme des ersten und fünften werde mit 7, die des zweiten und viertenmit 32, und der dritte mittlere mit 12 multiplicirt. Dividirt man danndie Summe dieser drei Produkte durch 90, so erhält man einen genähertenWerth der mittlern Temperatur.
4) Wenn man eine etwas unbequeme Rechnung nicht scheüt, so kannman folgende Methode anwenden, welche die größtmögliche Genauigkeitgewährt, die sich, im Allgemeinen genommen, aus fünf Beobachtungenerhalten läßt. Die ganze Tageslänge — 1 gesetzt, werden die Beobach-tungszeiten durch die Zahlen O,»»? (ungefähr um den '/-t Theil des Tagesnach Sonnen-Aufgang); 0,^,; v,z; 0,,«»; und v,g„ (um den 's-, Theildes Tages vor Sonnen-Untergang) bestimmt. Die Summe von 1 und 5werde mit v,,,«, die von 2 und 4 m-t 0,2?g und die mittlere dritte Beob-achtung werde mit v,^ multiplicirt, so giebt die Summe dieser Produktedie gesuchte mittlere Temperatur deS Tages.
Auf ähnliche Weise finden sich die Regeln für zwei, vier, sechs undsieben tägliche Beobachtungen. Indem Kämtz eine derselben auf die Tem-peratur des Januar zu Padua in Anwendung brachte, fand er dieselbenur um verschieden von dem Resultate, welches alle 24 Beobachtun-gen unmittelbar gaben, so daß mithin die Anwendbarkeit der Gauß'schenRegeln außer Zweifel ist.
Wenn also von mittlern Temperaturen die Rede ist, so ist das arith-metische Mittel der an beliebigen Stunden aufgezeichneten Thermometer-stände wohl zu unterscheiden von dem wahren Medium der Wärme; undum dieses aus jenen annähernd zu erhalten, müssen jedes Mal die Stun-den angegeben sein, an welchen die Thermometerstände beobachtet wurden.Es erhellt hieraus von selbst, daß Temperatur-Beobachtungen, bei denen,wie es so oft geschieht, die Tageszeiten nur nach Morgen, Mittag undAbend angegeben sind, einen nur geringen oder fast gar keinen Werth fürdie Klimatologie darbieten. Die beiden folgenden Tafeln geben eine Über-sicht von dem Gang der Wärme in Padua und Leith für die Dauer desganzen Jahres in allen Monaten und Tageszeiten, nach bürgerlicher Zeit-rechnung :