Band 
Erster Band.
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Man sieht aus diesen Reihen, daß verhältnismäßig wenig Jahrehingereicht haben würden, um die mittlere Temperatur zu finden. DieAnomalien, welche sich bei Berlin in den Jahren 1829 und 1834 zeigen,rühren für das Minimum von der sehr niedrigen Mitteltemperatur derMonate Januar und December, und für das Maximum von der hohenTemperatur der Sommer-Monate her; beide bilden die Gränzzahlen inder ganzen vierzehnjährigen Reihe. So regelmäßig sich nun auch dieJahre zeigen, so unregelmäßig ist der Gang der mittlern Temperatur derMonate, insbesondere während der Winter-Monate, wo namentlich derDecember, nach den Beobachtungen in Berlin, Abweichungen von naheN°, der Januar von 7°,z gegen das allgemeine Mittel darbietet; im Julibeträgt, nach denselben Wahrnehmungen, die größte Differenz 5". Interes-sant ist es, zu wissen, an welchen Tagen die mittlere Wärme des Jahreseintritt; denn so wie der mittlere Thermvmeterstand des TageS durch zweiseiner Stunden ausgedrückt wird, so muß es auch zwei Tage im Jahregeben, deren mittlere Temperatur der des ganzen Jahres gleich ist. Nachzehnjährigen Beobachtungen findet A. von Humboldt, daß diese Tempe-ratur in Ofen zwischen dem 15. und 20. April und zwischen dem 15. und25. Oktober, in Mailand zwischen dem iv. und 15. April und zwischendem 18. und 23. Oktober erfolgt. Allgemein findet Kämtz die mittlereTemperatur des Jahres, in der gemäßigten Zone der nördlichen sowolals der südlichen Hemisphäre, im Durchschnitt repräsentirt durch die mitt-lere Temperatur des 24. April und 21. Oktober; während nach seinenUntersuchungen der kälteste Tag am 14. Januar und der wärmste Tagdes Jahres am 26. Juli eintritt, ohne daß diese Werthe eine Abhängig-keit von der Polhöhe zu haben scheinen.

Dies führt uns auf die Bestimmung der Jahreszeiten, deren Gränzenin der Meteorologie anders genommen werden, als im astronomischenSinne. Verstehen wir, sagt Kämtz, unter dem Winter die kalte Jahres-zeit, so müssen wir derselben eine solche Lage im Jahre geben, daß diekarakteriftischen Eigenthümlichkeiten derselben in der Mitte am meistenhervortreten. Geben wir daher allen Jahreszeiten eine gleiche Länge vondrei Monaten, so müssen wir zum Winter die drei Monate December,Januar und Februar, zum Frühlinge die Monate März, April und Mai,zum Sommer die drei Monate Juni, Juli und August, zum Herbste diedrei Monate September, Oktober und November rechnen. Hier liegt derTag der größten, mittlern und kleinsten Wärme sehr nahe in der Mitteeiner jeden Jahreszeit, denn die Abweichungen betragen wenige Tage, welchewir da übersehen dürfen, wo wir nur ganze Monate vergleichen wollen.