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Nachdem wir in dem Vorhergehenden den Gang der täglichen, mo-natlichen und jährlichen Wärme dargelegt haben, kehren wir zurück zurBetrachtung der Vertheilung der Wärme über den Erdboden, indem wirhierbei A. von Humboldt's Untersuchungen um so mehr zum Grundelegen, als dieselben bisher in populären geographischen Schriften leiderzu wenig berücksichtigt worden sind; seine Worte (in französischer Sprache)werden wir möglichst treu wieder zu geben uns bemühen.
Mayer's Methode, die Größe der Wärme für jeden Parallelkreiszu berechnen, giebt das Resultat der Sonnen-Thätigkeit, ohne daß diesesvom Einfluß fremdartiger Umstände befreit ist; sie schätzt die Tempera-turen, wie sie auf der Erde vertheilt sind, ohne sich um die Ursache dieserVertheilung zu bekümmern. Wenn die mittlere Wärme zweier, unterverschiedenen Latituden liegenden Örter gegeben ist, so findet man durcheine sehr einfache Gleichung die Temperatur jedes andern Parallels.Mayer's Temperatur-Tafel giebt ziemlich genaue Resultate, wenn mansich in der Longitudo nicht zu weit von den Gegenden entfernt, welche dieempirischen Koeffizienten gegeben haben. Aber sobald man, obne dienördliche Halbkugel zu verlassen, die Formel auf Örter anwendet, welche70° oder 80° östlich oder westlich des Meridians von Paris liegen, sostimmen die Rechnungen nicht mehr mit den Beobachtungen überein.Die Kurve, welche durch diejenigen Punkte geht, deren mittlere Tempe-ratur Null ist, trifft nicht mit einem terrestrischen Parallel zusammen:wenn wir diese Kurve auf der skandinavischen Halbinsel erst in Lat. 65°oder 68° finden, so steigt sie im Norden von Amerika und im östlichenAsia bis auf den Parallel von Lat. 53° bis 58° herab; und es folgt also,daß die empirischen Formeln von Mayer eines Koeffizienten bedürfen,der von der Longitudo abhängig ist. Diese Betrachtung hat Hrn. vonHumboldt veranlaßt, diejenigen Punkte auf der Erde aufzusuchen, welchegleiche Temperatur haben. Die Vertheilung der Wärme, führt er fort,hangt von der Örtlichkeit, der Beschaffenheit des Bodens, von der eigen-thümlichen Fähigkeit der strahlenden Oberfläche des Erdkvrpers ab. Nunaber muß man sich hüten, das zu eliminiren, was man suchen will; unterdem Namen 'fremdartiger und störender Umstände darf man diejenige»nicht vermengen, von denen die wichtigsten Erscheinungen, z. B. die Ver-theilung und mehr oder minder schnelle Entwickelung des organischenLebens, wesentlich abhängen. Wir wollen die Menge jährlicher Wärmekennen lehren, welche jeder Punkt auf der Erdoberfläche empfängt, und,was für den Ackerbau und die Wohlfahrt ihrer Bewohner am wichtigstenist, die Vertbeilnng dieses Wärme-Quantums unter die verschiedenen