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Jahreszeiten, und nicht dasjenige, was von der Thätigkeit der Sonneallein, der Höhe des Gestirns über dem Horizont, der Dauer seines Ein-flusses, d. h. der Größe der halben Tagbogen herrührt. Also nicht theo-retisch, sondern rein empirisch, nach den zuverlässigsten Thermometer-Beob-achtungen, stellt A. von Humboldt die Vertheilung der Wärme dar, undgelangt in Folge seiner mühseligsten Untersuchungen zu dem erfolgreichenResultat, daß die mittlere Temperatur gleichnamiger Parallelkreise nichtunter allen Meridianen gleich ist, daß, wenn die Örter gleicher Jahres-wärme durch Linien mit einander verbunden werden, diese Linien mehroder minder gegen die Parallelkreise gebeügt sind und sie unter gewissenMeridianen schneiden. So ist Humboldt's System der gleichwarmen oderJsotherm-Kurven entstanden, das einer echt wissenschaftlichen Auffassungund Bearbeitung der Klimatologie die Bahn gebrochen hat und ihr zurGrundlage dient. Wir haben in diesem System Linien gleicher Jahres-wärme, Isothermen; Linien von gleicher Sommerwärme, Jsotheren;und Linien gleicher Winterwärme, Jsochimenen. Wenn, sagt Hr. vonHumboldt in seiner nettesten Schrift, wenn die Oberfläche eines Planeteneine gleiche Krümmung hätte, wenn sie aus einer und derselben flüssigenMasse oder aus Steinschichten zusammengesetzt wäre, die gleichartig,gleichfarbig, gleichdicht wären, indem sie die Sonnenstrahlen auf gleicheWelse einsaugten, auf gleiche Weise gegen die Atmosphäre oder (ohneAtmosphäre) gegen die Himmelsraüme strahlten, so würden die Isother-men, die Jsotheren und die Jsochimenen sämmtlich dem Äquator parallelsein. Auf dieser glatten und gleichartigen Oberfläche, sie sei flüssig oderfest, würden die Parallelkreise, der Unterschied der Solstitial-Höhen unddie Luftströmungen, welche durch die ungleiche Erwärmung der Oberflächevom Äquator nach den Polen zu, durch die ungleichnamige Declinationder Sonne und den Einfluß der Notation der Erde auf die Geschwindig-keit der Luftkügelchen erzeügt werden, endlich die Thätigkeit, welche seitTausenden von Jahrhunderten das Innere eines Planeten, indem ererkaltete, ausgeübt hat, allein die Vertheilung der Wärme bestimmen.Aber keine dieser Bedingungen ist vorhanden, daher die Beugung derIsothermen.
Will man die Jsotherm-Kurven auf einer Karte angeben, so müssendie Punkte des Erdballs aufgesucht werden, deren mittlere Temperaturenv°, 5°, 10", 15° oder 20° am nächsten stehen. Man sieht gleich, ob dieLinien von diesem oder jenem Orte nach Süden oder Norden gehen; umgenau zu bestimmen, wie weit der Abstand in der Latitudo beträgt, mußmau die gewöhnlichen Jnterpolationö-Methoden zu Hülfe nehmen, und