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unter dem Parallel von Königsberg in Preußen, wächst die Myrte ebenso kräftig als in Portugal; kaum friert es im Winter, aber die Som-merwärme reicht nicht hin, um den Wein zur Reife zu bringen. DieKurven gleicher Sommerwärme, oder die Jsotheren, folgen einer denWinter-Kurven ganz entgegengesetzten Richtung. Wir finden dieselbeSommer-Temperatur zu Moskwa, im Mittelpunkt von Rußland, und ander Mündung der Loire, ungeachtet jenes 11° nördlicher liegt.
Was die numerischen Verhältnisse zwischen den mittlern Temperatu-ren des Frühlings und Winters, und zwischen denen des ganzen Jahresund des wärmsten Monats betrifft, so findet man von Rom bis Stock-holm, d. i. in der Zone, welche von den Jsotherm-Kurven von 16° und5° begränzt ist, daß der Unterschied der Monate April und Mai überall6° bis 7° beträgt. Da nun in den nördlichen Gegenden, z. B. in Schwe-den, der Monat April nur 3" Mitteltemperatur hat, so erzeügen daselbstdie 6" oder 7°, welche der Mai hinzufügt, nothwendiger Weise einen weitgrößern Einfluß auf die Entwickelung der Vegetation, als im Süden vonEüropa, wo die mittlere Temperatur 12° bis 13° beträgt. In der Nähedes Polarkreises ist die Zunahme der Frühlingswärme noch merklicher,aber sie setzt gleichmäßig in dem Monat Juni fort. In Drontheim, inNorwegen, weichen die Temperaturen des April und Mai, und die desMai und Juni, nicht um 6° oder 7°, sondern um 8° bis S° von einanderab. Unterscheidet man auf einer nämlichen Isotherm-Kurve die Punkte,welche sich den hohlen und gewölbten Scheiteln dieser Linie nähern, undin einem gegebenen Klima-System die nördlichen und südlichen Regionen,so findet man, 1) daß die Zunahme der Frühlingswärme (um 7" bis 8°im Verlauf eines Monats) groß und gleichmäßig verlängert ist, überall,wo die Vertheilung der Jahreswärme in die Jahreszeiten sehr ungleichsich zeigt, wie im Norden von Eüropa und in den temperirten Gegendender Vereinigten Staaten von Nordamerika; 2) daß sie im gemäßigtenTheil von Eüropa groß (mindestens über 5° bis 6°) ist, aber sich nurwenig verlängert; 3) daß die Zunahme der Frühlings-Temperatur klein(kaum 4°) und gleichmäßig verlängert ist, überall, wo das Klima derInseln herrscht; 4) daß in jedem Klima-System die Frühlings-Zuuahmein den niedrigen Latituden kleiner und weit ungleichförmiger verlängertist, als in den hohen Latituden. Der einzige Isotherm-Gürtel zwischen12° und 13° möge als Beispiel dienen, um diese verschiedenen Modifika-tionen des Frühlings darzulegen. In Ost-Asien, beim hohlen Scheitel,sind die Temperatur-Unterschiede zwischen den vier Monaten März, April,Mai und Juni sehr groß und einander sehr gleich (8°,?; 7°,»; 7°,,).