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liegen, eine so intensive Kälte haben, daß die Häfen drei bis vier Monatelang zugefroren sind, der Frost selten vor dem Mai aufgeht und die ganzeKüste bis zur Hälfte des Sommers mit Eisbergen besetzt ist. Betrachtenwir nun den Winter am Kap Hoorn. Wäre diese Gegend der Erde denAlten bekannt gewesen, so würden sie dieselbe in klassischer Gelehrsamkeitohne Zweifel als den Wohnsitz des Äolus bezeichnet habtn, von der ausder Wind nach allen Richtungen über die Erdkugel verbreitet wird. Einesolche Benennung würde nicht im mindesten unangemessen gewesen sein;denn Wind in Begleitung von Regen, Graupeln, Schnee oder Hagel istentschieden der hervorstechende Karakter dieses Klima. Außer der Flüch-tigkeit, welche aus der ungeheüern Oceanfläche entspringt, womit KapHoorn umgeben ist, fällt jede Nacht Regen in größerer oder geringererQuantität; nicht ein Tag während des Aufenthalts des Kapt. Fester gingvorüber, ohne daß es nicht geregnet hatte. Die Regenmenge, welche imVerlauf eines Kalender-Monats, vvm 21. April bis 21 . Mai, siel, betrugacht Zoll, ein Quantum, welches, außerhalb der Wendekreise, nur demvon Bergen in Norwegen gleich steht; dabei war der Regen so heftig undunaufhörlich, daß man an eine zweite Sündfluth hätte denken können,und die Bergschluchten wurden die Rinnsale ungeheürer Wasserströme.Südwestwinde sind um Kap Hoorn aüßerst heftig und von so schrecklichenStößen begleitet, wie sie Webster anderswo nie erlebt zu haben behauptet.Oft beginnen sie mit elektrischen Entladungen; wenigstens war dies inSt. Martins Cove im April und Mai der Fall, nicht aber auf der hohenSee. Auch die Nordwestwinde zeichnen sich durch ihre Gewalt aus; siehaben stets Regen in ihrer Begleitung und gehen oft nach Südwestenüber, ohne von ihrer Heftigkeit etwas zu verlieren. Gewöhnlich fängtder Wind im Nordwesten an und wird schnell durch eine Kühlte aus derwestlichen Gegend, fast immer aus Südwesten, ersetzt. Östliche Windesollen in den Wintermonaten Juni und Juli vorherrschend, doch seltenheftig und von langer Dauer sein. Meistens folgt ihnen eine westlicheKühlte. Das sie begleitende Wetter ist mild und schön, doch giebt es nursehr wenige Tage im Monat mit ruhigem, heiterm Wetter. Ein leichterNordwestwind wird zuweilen von schöner Witterung begleitet.
Während die Seehäfen in den Ländern unter gleichem Parallel aufder nördlichen Halbkugel, wie Kap Hoorn auf der südlichen, mit Eis be-legt werden und der Winter sich überhaupt durch seine Strenge auszeich-net, findet sich dieses am Kap Hoorn nicht, wo keine der kleinen Buchten,keiner der Häfen, deren es in seiner Nachbarschaft eine so große Mengegiebt, jemals gefriert. Auf Staaten-Jnsel wiederholt sich diese Erschei-