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nung; die auf den Robbenfang gehenden Schiffe, welche diese Insel besu-chen, haben die dort so zahlreich vorkommenden Süßwasser-Bäche kaumeinige Stunden lang gefroren gesehen; und der Schnee bleibt selten zweioder drei Tage hinter einander liegen. Nicht allein zeigt das Thermo-meter die Thatsache, daß die Regionen der südlichen Hemisphäre absolutmilder sind, als.die unter korrespondirenden Parallelen liegenden Gegen-den der nördlichen Halbkugel; die Natur selbst verkündet es. Die Bewoh-ner des Feüerlandes gehen nackt; sie tragen für Kleidung keine Sorgeund bedienen sich derselben selten. In Neuseeland, das aus der südlichenHalbkugel nahe eben so weit vom Äquator entfernt ist, als Rom auf dernördlichen, gehen die Menschen mitten im Winter ebenfalls fast nackt;und das Thermometer zeigt in dieser Jahreszeit, nach Simonoff's Beob-achtung, eine Wärme von ungefähr ff- 2V° an, während die Winter-Tem-peratur von Rom (Lat. 41° 54') nur 8°,z beträgt. Blicken wir fernerauf die mit der Latitudo von Kap Hoorn korrespondirenden Parallelkreiseder nördlichen Halbkugel, so verkündet die warme Kleidung des Cana-diers, des Nordamerikanischen Jndiers, des Eskimo, des Sibiriaken undKamtschadalen zur Genüge die eigenthümliche Rauhigkeit ihrer Klimate.Ferner beweist der Pflanzenwuchs, dieser unfehlbare Klima-Anzeigerin allen Gegenden der Erde, daß der Winter dieser südlichen Regionenmild und gemäßigt ist. Hier hatte die Natur zu Ende des Monats Mai(der unserem November entspricht) ein üppiges Ansehen, viele Pflanzenstanden in der Blüthe, und Alles trug ein reizendes Sommerkleid.
Kapt. King sagt über das Klima des Feüerlandes, nachdem er be-merkt hat, daß in Port Famine, welcher (in Lat. 53° 38' S.) zwei Gradnördlicher liegt als Martins Cove, die Nachttemperatur im Sommerhaüfig — 1",s war, — „ein Umstand indessen verdient besonderer Erwäh-nung, weil ihm in gewisser Beziehung die unschädliche Wirkung einer soniedrigen Temperatur zugeschrieben werden kann. Im Sommer bin ichzuweilen den größten Theil der Nacht über auf meinem Observatoriumgewesen, wo das innere sowol als aüßere Thermometer auf dem Ge-frierpunkt stand, ohne daß ich besonders warm gekleidet war, und dennochnicht die geringste Kälte empfand; und im Winter stand das Thermo-meter bei ähnlichen Gelegenheiten auf — 4°,^ und — 3°,z, ohne daß ichauch jetzt die geringste Unbehaglichkeit fühlte. Diese Erscheinung schriebich damals der eigenthümlichen Stille der Luft zu, obwol in geringerEntfernung in See und in den höhern Luftschichten ein heftiger Windwehte. Zwei Thatsachen, fügt Kapt. King hinzu, lassen sich zur Erläu-terung der Milde des Klima, trotz der niedrigen Temperatur, anführen.