desto weniger möge hier Leslie's Formel eingeschaltet werden, vermögederen man die Differenz der Temperaturen zweier Stationen aus beobach-teten Barometerständen annähernd berechnen kann. Es sei L der Baro-meterstand in der obern Station, und st der in der untern, so ist ihrWärme-Unterschied
Bei allen obigen Dergleichungen ist vorausgesetzt worden, daß dieTemperatur-Abnahme keine Störungen erleide, eine Voraussetzung, dienur dann einiger Maßen zulässig sein kann, wenn die Beobachtungen,wie bei aeronautischen Ausflügen, im freien Luftmeere gemacht werden.Bei den Wahrnehmungen an den Abhängen und auf den Gipfeln derBerge und Vergebenen treten dagegen viele Störungen ein, und ihremEinfluß muß man hauptsächlich die großen Abweichungen zuschreiben,welche in den mitgetheilten Zahlen sich zu erkennen geben.
Fragen wir nun nach den Ursachen der Wärme-Abnahme in höhernLuftschichten, so hat man in frühern Zeiten mehrfach Erklärungen dieserwichtigen Erscheinung versucht, in welcher Beziehung Bouguer, Lambertund De Luc einer ausgezeichneten Erwähnung verdienen.
Die beiden zuletzt genannten Forscher gründeten ihre Ansicht auf diezu ihrer Zeit sehr verbreitete Meinung von der Materialität des Feuers;sie glaubten, daß die Feüertheilchen, welche allen Körpern inwohnten, inhöhern Regionen einen höhern Grad von Erpansivkraft besäßen, und daßsie deshalb schneller an den Partikelchen der Luft vorüber eilten, sie alsonicht so bedeütend erwärmen könnten. Indessen zeigte sehr bald daraufSaussure, wie wenig diese Grundsätze sich in der Natur bestätigt finden,und stellte zur Lösung dieses Problems eine Reihe von Versuchen aufeinem rationelleren Wege an. Angeleitet durch die Aüßerung Bouguer's,daß die Möglichkeit einer Erwärmung durch die Sonne, als der einzigenund wenigstens mächtigsten Quelle der Wärme auf der Erdoberfläche, aufhohen Bergen bei weitem geringer sei als unten, weil namentlich diegrößere Verdünnung der Luft und ihre größere Durchsichtigkeit auf hohenBergen den Sonnenstrahlen einen leichtern Durchgang gestatten, ohneihnen Zeit zur Erwärmung zu lassen, stellte Saussure zunächst direkteVersuche an, um zu prüfen, ob die Wärme erzeügende Kraft der Son-nenstrahlen unter übrigens gleichen Umständen in der Ebene und aufhohen Bergen gleich groß sei. Er fand, daß die Kraft der Brenngläserund Brennspiegel (um Körper zu erhitzen und zu entzünden) auf allenHöhen sich gleich bleibe, und schuf sich dann einen Apparat (Heliothermo-