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Erster Band.
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auf den Alpen, südlich von Genf (Lat. 45° 550, — -t'//; in Norwegen,unter dem Polarkreise, — 6°,z. Die Schneegränze folgt weniger derLinie der Jsotherm-Kurven des ebenen Landes, als den Beügungen derIsotherm (Linien gleicher Sommerwärme). Sie hangt von der Berthei-lung der Jahreswärme unter die Jahreszeiten, von der Länge und dermehr oder minder hohen Temperatur des Sommers, und von der Zahlder Monate ab, deren Temperatur größer als 4° oder 5° ist; sie hangtferner ab von der Quantität Schnee, welche im Winter fällt, von derRichtung der Winde, von der mehr oder minder kontinentalen Lage desOrtes, vom Umfange und der Höhe der umgebenden Plateau's, von derSteile der Berghänge, von der Masse der benachbarten Schneefelder.Wenn ein Mann, wie Humboldt — der die Geheimnisse der Natur inallen Zonen, in der drückenden Hitze der Tropischen Tiefländer der NeüenWelt, wie auf den luftigen Plateau's und den eisigen Gipfeln der Alpen,der Andes, des Altai rc., belauscht hat — sich so ausdrückt, so bedarf eszur Bestätigung seiner Ansichten nicht des Zeügnisses anderer Beobachter,und nur, um zu zeigen, wie vollkommen unbefangene Reisende in ihremUrtheil übereinstimmen, führen wir die Worte Hugi's an, dieses genauenKenners der eüropäischen'Alpen-Natur, wenn er sagt: Einzelne frei ste-hende Gebirgsköpfe, zusammenhangende Gräte, die Lage der Abhänge undihre Neigung, die Art und Schichtung der Felsgebilde, die Mächtigkeitder Trümmermassen, die innere Erdwärme, selbst die Vegetation, undnoch mehr die herrschende Richtung, Stärke und Wärme der Winde übeneinen solchen Einfluß auf die Schneelinie aus, daß keine sichere Annahmemöglich wird. Im August findet man auf einer Höhe von 2«a<U keineSpur von Schnee mehr, wo nicht Laninen und Stürme solchen ungewöhn-lich zusammengehaüft haben. Wo die Schneelinie in diesem Jahre höhersteigt, senkt sie im nächsten Jahre sich tiefer; südliche und nördliche Ge-hänge zeigen den auffallendsten Gegensatz.

Wenn alle mit ewigem Schnee bedeckten Berge — fährt Hr. vonHumboldt fort — statt in zusammenhangenden Ketten mit einander ver-bunden zu sein, oder auf Plateau's von größerer oder geringerer Breite zustehen, isolirte Kegel von gleicher Dimension bildeten, so würde die Schnee-linie unter verschiedenen Meridianen wahrscheinlich in gleicher Höhe übereiner im Niveau des Meeres gezogenen Jsother-Linie stehen. Unter dieserVoraussetzung würde die Schneehöhe dazu dienen, die mittlere Tempera-tur, nicht des Jahres, wol aber des Sommers in der Ebene durch einVielfaches zu finden. Da aber die Jsotherm-Kurven gewölbte Scheitelim Innern der großen Kontinente haben, und die Sommerwärme daselbst

Berghlius. Bd. I. 14