Zur Erläuterung dieser Tabelle dienen folgende Beobachtungen, aufwelche die Mittelwerthe sich stützen.
Was zuerst die Schneelinie auf den Cvrdillereu von Quito betrifft,so hat A. von Humboldt sie an sechs Bergen gemessen. Der erste dersel-ben ist der Vulkan von Pichincha, der aus vier Felsspitzen besteht. IhreHohe wurde durch unmittelbare Barometer-Beobachtungen und durchHöhenwinkel, auf der Hochebene von Quito gemessen, folgender Maßenbestimmt: Rucu-Pichincha 2490^, Huahua-Pichincha 2458^, Tablauma2389^, Cono de los Ladrillvs 2491«. Bon allen diesen Gipfeln ist derAlt-Pichiucha (Rucu-Pichincha) allein das ganze Jahr hindurch, bis aufsehr seltene Ausnahmen, mit Schnee bedeckt. Seine untere Gränze schiendem Beobachter beständig 25 bis 35 ^ unter dem Gipfel zu liegen. DerSohn-Pichincha (Huahua-P.) hat nicht immerwährenden Schnee; aberdieser Pik schleift, wie alle Bewohner von Quito es wissen, so zu sagendie Schneelinie, so daß A. von Humboldt für diese der Gipfelhöhe nochV hinzufügen konnte. Am Chimborazo (den man bis auf die neüereZeit für den höchsten Berg der Erde, und dann, als die Riesenhöhen desHimalaya bekannt wurden, für den höchsten Gipfel der Neüeu Welt ge-halten hat) fand A. von Humboldt die Gränze des ewigen Schuee'ö durchtrigonometrische Messung 2471 ^ über dem Wasserspiegel der Südsee. AmNevado del Corazon (d. h. Schneeberg der Mitte), den Bouguer und LaCondamine besuchten, und von dem sie glaubten, daß er der höchste unterden von ihnen erstiegenen Gipfeln der AndeSkette sei, erhält sich derSchnee beständig 4ttt unter der Spitze, die, nach Bvuguer's Barometer-Messung und A. von Humboldt'ö berichtigter Rechnung, 2498^ hoch ist.An demselben Tage, wo Humboldt und Boupland am Vulkan von Anti-sana 2837^ hoch kamen (Boussingault gelangte nur bis 280«tt), gab dasBarometer die Höhe der Schneelinie zu 249ltt an. Am Vulkan vonCotopapi erhält sich diese Linie, trigonometrischer Messung zufolge, bei25M Höhe; allein dieser Feüerberg eignet sich, wie Hr. von Humboldtbemerkt, wenig zur Bestimmung der Schneegränze. Die Bewohner diesesvon Erdbeben und vulkanischem Feüer verwüsteten Landes haben die Be-merkung gemacht, daß der Cotopapi und der Tunguragua einige Zeit vorihren Ausbrüchen von Schnee ganz entblößt werden; die Wände dieserungeheüern Kegel scheinen weniger Mächtigkeit zu haben, als die übrigennoch thätigen Vulkane. „Der wenige Schnee verräth Arglist,« sagt dasVolk. Im Januar 1803, als, acht Monate nach Humboldt's Reise aufden Cotopaxi, dieser Vulkan Flammen und Schlacken auswarf, ging dieserKatastrophe ein völliges Wegschmelzen des Schnee'ö vorher. Unter einen