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die physikalische Kenntniß der Erdoberfläche in neueren Zeiten gewonnenworden sind. Nichts kann deutlicher sür den mächtigen Einfluß der Hoch-flächen auf die Vertheilung der Klimate sprechen.
Analoge Verhältnisse walten beim Ararat vor, der sich auf demhohen Plateau von Armenien inselartig erhebt und das merkwürdige Phä-nomen darbietet, daß die Schneegränze auf ihm nur um 135^ tiefer stehtals auf den Bergen des Plateau's von Anahuac, obwol er um 20 ° weitervom Äquator entfernt ist als diese. Parrot, dem man die genauereKenntniß des Ararat verdankt, bemerkt ebenfalls, daß die Jahreszeit, inwelcher man die Schneelinie sucht, besondere Beachtung verdiene; fürGebirge, wie der Ararat, der Kaukasus, die Piräneen, die Alpen, über-haupt alle Berge der mittlern Latituden sei nur der August- und Sep-tember-Monat zur Ansmittelnng der wahren Schneegränze zu gebrauchen,weil während dieser Monate, obgleich die Sommerhitze schon zum größtenTheil vorübergegangen sein mag, immer noch bedeütende Schneemassenweggeschmolzen werden, bis der wirklich eintretende Winter in jener Re-gion diesem Prozesse Schranken setzt, ein Prozeß, dessen Heftigkeit undDauer bei dem Ararat noch besonders dadurch erhöht wird, daß in derganzen Umgegend desselben eine ganz ungewöhnliche Hitze herrscht, indemdie Strahlen der Mittagssonne die Südseite des Berges direkt bescheinen,auf seiner Nordseite aber von den hohen Bergabhängen des Goktschai auf-gefangen, im Thal des Araxes bis spät in den Herbst eine ungewöhnlicheHitze unterbalten, welche im Juli und August die Menschen aus derEbene verscheücht, eine Hitze, die unserm Reisenden in der zweiten Hälftedes Oktobers nicht gestattete, in seinem gewöhnlichen Rocke im Freien zuarbeiten, und gegen Ende Oktobers noch 20° betrug. Diese im Sommerbrennend heiße Luft erhebt sich vermöge ihres geringern Gewichts fort-während an den Seiten des Ararat empor, erwärmt seinen Boden undzehrt ununterbrochen an seinen Schneemassen. Dadurch allein, sagt Par-rot, kann ich mir die Wärme erklären, daß ich in den letzten Tagen desSeptembers (man denke immer alten Stils) in einer Höhe von 2l7iU überdem Meere zwei Nächte auf ödem Felslager ohne Pelz doch ganz behag-lich zubrachte. Rechnen wir zu diesem Umstand von den heißen Lustströ-men, die den größten Theil des Jahres am Ararat sich erheben, noch dieisolirte Lage des Berges, dessen beeistes Haupt weit und breit das einzigeist, welches von der Erde emporragt, und der Erwärmung von unten heralso nicht so kräftig widersteht, als eine ausgebreitetere Masse ewigenSchnee's, wie z. V. die der Alpen, so erklären wir uns auch ganz genü-gend die so außerordentliche Höhe der Schneegränze am Ararat, die nach