Band 
Erster Band.
Seite
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Schwankungen an den einzelnen Bergen sind so viele vorhanden, daß esnur ein genäherter Werth sein kann, wenn Ramond die Höhe von 1350bis I40G setzt, welche überdem nur auf nördliche Abhänge anwendbarist; denn auf dem südlichen Abhang, und überhaupt auf allen gegen Sü-den gerichteten Hängen, findet sich schon in der Mitte des August-Monatskein Schnee mehr.

In den Karpaten streift die Schneelinie nur eben die höchsten Gipfeldes Gebirges, und es sind nach Wahlenberg nur bleibende Eisfelder, keinegrößer« Schneemassen, welche auf den Höhen beginnen. Die untereSchneegränze steht, obwvl die Karpaten 3° nördlich von den Alpen ent-fernt sind, nur um 4G tiefer als hier, ein Unterschied, der für drei Brei-tengrade offenbar viel zu gering ist, und dem kontinentalen Karakter desKarpaten-Klima, so wie dem Umstände beigemessen werden muß, daß dieGipfel ganz isolirt liegen, während in den Alpen die große Masse vonSchneebergen die Temperatur der höhern Regionen bedeütend erniedrigt.Zwischen Lat. 49° und 6l° N. ist kein Punkt in Eüropa, an welchem sichdie Berge bis zur Schneegränze erhöben; die höchsten Berggipfel derSudeten, der Schneeberg und die Schneekoppe, erreichen noch nicht 85GHöhe, und ihre Namen haben sie nur von dem Umstände, daß auf ihnender Schnee im Frühjahr am spätesten wegschmilzt, und sie die ersten sind,welche im Herbst damit bedeckt werden. Die Erscheinung des ewigenSchnee's findet sich zuerst in dem skandinavischen Gebirge wieder, wo sieinsbesondere durch L. von Buch genauer untersucht worden ist. Merkwür-dig ist hier die ungeheüre Schnelligkeit, mit welcher in so hohen Latitudendie Erkältung der höhern Luftschichten zunimmt. Während zuletzt etwa1'/-° Breiteuunterschied die Schneegränze um fast 20G erniedrigt, reichendagegen unmittelbar südlich davon 10 Breitengrade kaum hin, sie umZOG herabzudrücken; es wird daher die ohnehin schon stärker als dieErdoberfläche gewölbte Ebene der Schneelinie nach den Polen zu besonderssteil einschießen, und zwar gegen den Südpol wahrscheinlich noch vielsteiler als gegen den Nordpol; denn dort bezeügt schon die fast Pflanzen-kost Beschaffenheit von Neü-Süd-Schetland (Lat. 60" bis 62° S.), daß dieSchneegränze mit der Meeresfläche wol 10° früher zusammen kommenmag, als auf der nördlichen Hemisphäre, wo sie etwa unter Lat. 80° N.in die Erdoberfläche einschneidet. Auf Island (Lat. 63° bis 64" N.)erhebt sie sich nach Mörck noch 416 bis 430 Toistn.

Denken wir uns, den Erfahrungen entgegengesetzt, daß die Schnee-linie vom Äquator nach den Polen eine regelmäßig gekrümmte Kurvebilde, so zeigt die nachstehende Figur diese Kurve in Verbindung mit