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1433 fing der Frost zu Paris am letzten Dezember an und dauertedrei Monate weniger neun Tage; er begann von neuem zu Ende März1434 und währte bis zum 17. April. In demselben Winter schneite esin Holland vierzig Tage lang hinter einander.
Das Ende des Jahres 1459 und der Anfang des folgenden brachteeine so große Kälte, daß man von Danzig bis Hela über das Eis gehenund von dem Kirchthurm zu Hela nichts als Eis sehen und erkennenkonnte. Die Kälte nahm auch so heftig bis Gertrudis, d. i. 17. Märzneüen Stils, zu, daß man zu Fuß und zu Pferd aus Dänemark nach Lübeck,Wismar, Rostock und Stralsund gehen konnte; „welches für diesen keinMensch gedachte«, fügt Schütz, der preüßische Kronikenschreiber hinzu;desgleichen zog mau aus Liefland von Reval und andern Städten überdas Eis nach Dänemark und Schweden und wieder herüber ohne alle Ge-fahr und Schaden. Die Donau blieb zwei volle Monate zugefroren undder Rhone war mit Eis bedeckt (—18°); auch soll in diesem Winter dasMeer zwischen Norwegen und Island zugefroren gewesen seyn.
1464—65 waren alle Flüsse des nördlichen Frankreichs gefroren undder Rhein drei Monate hindurch. Der Wein ward zu Eis, selbst beiTafel. Vier Jahre später war der Winter wieder so kalt, daß man dieWeinportionen der Soldaten mit Beilen auseinander hauen mußte.
1481 gefror die Seine mit ihren Nebenflüssen; 1490 waren die Lagu-nen Venedigs und 1493 der Hafen von Genua am 25. und 26. Dezemberzugefroren. Der Winter von 1502 auf 1503 zeichnete sich in Deütschlanddurch seine Strenge aus. 1507 war der Hafen von Marseille in seinerganzen Ausdehnung zugefroren, was auf eine Kälte von mindestens —18°hinweist. Am Epiphaniastage fiel in derselben Stadt drei Fuß hoherSchnee. 1544 war man in Frankreich gezwungen, den Wein mit scharfenInstrumenten auseinander zu schneiden.
1545 war die Ostsee zwischen Rostock und Dänemark, zwischen Föh-nen und Seeland, so fest gefroren, daß Fußgänger und Schlitten mitOchsen und Pferden bespannt über das Eis hinweg gingen. Eben so wares auf dem Zuyder See; uud das Jahr darauf trat eine nicht mindereKälte ein, man passirte den Sund und die Belte und von Gietzör nachRostock auf dem Eise.
Im Winter 1564—65 konnten der Rhein, der Main, die Weser, dieElbe und die Donau mit Lastwagen befahren werden, und der Rhonewar bei Arles völlig zugefroren. 1568 fuhren beladene Wagen am H-Dezember über das Eis des Rhone, was erst am 21. wieder aufging(mindestens —18°).