Band 
Erster Band.
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den Monaten Mai, November oder December eintreten, so sind sie imChinesischen Meer gewöhnlich von geringerer Stärke, obschon in der Nähevon Formosa und den Baschi-Jnseln, Lat. 20° bis 24° N., Lvng. 118° bis120° O., zuweilen auch im November fürchterliche Fallwinde vorkommen.Vom December bis zum Mai wehen die Tei-funs selten oder nie; die-jenigen aber, welche man in den Monaten Juni und Juli erlebt, sinddie schrecklichsten. Auch die Monate August, September und Oktobersind diesen Stürmen unterworfen; insbesondere ist die Herbst-Nachtgleicheeine sehr unsichere Periode, vorzüglich, wenn ein Mondwechsel mit demÄquinoktium zusammen fällt. Meyen erlebte zwei Stürme dieser Art,den ersten am 6. Oktober 1831 auf der Insel Luzon, den andern am26. Oktober mitten auf dem Chinesischen Meere während der Fahrt derPrinzessin Luise von Manila nach Canton. In Folge des Tei-funs vom6. Oktober, erzählt der Reisende, war die Stadt Macao auf eine entsetz-liche Art und Weise zerstört worden. Er sing daselbst um 11 ^ Vormit-tags an, als das Barometer bis auf 318 Linien gefallen war, und wüthetesogleich mit solcher Heftigkeit, daß eine große Portugiesische Fregatte,welche im Hafen von Macao vor Anker lag, plötzlich entmastet wurde,und daß sowol im Hafen, als besonders auf der Rhede von Macao eineMenge Chinesischer Fahrzeüge im Angesicht der Stadt sanken und zer-schlagen wurden. Das Wasser der See stieg über die Ufer; es erhob sichselbst bis zur Höhe von einigen und zwanzig Fuß, überfluthete die großeund schöne Straße, welche der Rhede entlang verlaüft, und unterminirtedie Fundamente der großen Gebaüde, welche daselbst befindlich sind. Auchnicht zwei Fließen blieben in dieser ganzen Straße neben einander liegen;die größten Steinmassen wurden umgedreht und durch einander geworfen,so daß Meyen sechs Wochen später, als er Macao besuchte, nur mitNoth durch diese Straße gehen konnte. Das große Gebäude der Engli»scheu Faktorei war ganz besonders stark beschädigt, das Wasser war selbstin die untern Gemächer dieses Hauses eingedrungen, und der Sturm hattealle Fenster des zweiten Stocks zerschlagen. Alle großen Haüser warenabgedeckt worden und die schönsten Haüser schrecklich zerstört, indem selbstdie größten Baüme mit der Wurzel emporgehoben wurden. Zum höchstenGlück für die Stadt Macao war die Dauer des Orkans nur kurz, dennschon um 3 ^ Nachmittags war die See, auf der Rhede, in ihr gewöhn-liches Niveau zurückgetreten und ganz eben und ruhig geworden; sonstwäre die Stadt vielleicht ruinirt gewesen. Die Verwüstungen aber,welche dieser Sturm an den Küsten von China angerichtet hat, sind nochganz anderer Art; man schätzt die Zahl der Fischer - Fahrzeüge, welche in