Band 
Erster Band.
Seite
339
JPEG-Download
 

339

gerade entgegengesetzt, dabei ungestüm und stürmisch, und erst als manam 16. Mai in die Nähe der Azvrischen Inseln kam (Flores wurde auf1'/» Meilen Abstand vorbeigesegelt, Long. 33° 18'), stellten sich Westwinde(meist N.N.W.) ein, die bis zum Meridian von 18° 43' W. anhielten,wo wieder östliche und nördliche Winde eintraten, die den Lauf desSchiffs, welcher durch die westlichen Winde bedeutend gefördert wordenwar, wieder verzögerten. Nach einer Fahrt von sechs und vierzig Tagenseit La Guayra bekam man am 5. Juni den Leüchtthurm der Scilly-Jnseln zu Gesicht.

Das Schiff Kronprinz von Preüßen, geführt vom Kapt. Siewert, er-reichte auf seiner Reise von Hamburg nach Monte-Video und BuenosAyres, nachdem es gleich außerhalb des englischen Kanals in Lat. 49°bis 45° nordöstliche Winde gehabt hatte, die Polargränze des Nordest-Passates am 9. Juni 1835 in Lat. 41" 34' N., Long. 17° 25' W. Paris,im Mittel aus den Angaben der zwei am Bord befindlichen Kronometer,d. i.: im Parallel von Porto, neüntehalb Grad von der PortugiesischenKüste entfernt. Dies ist wol die nördlichste Polhöhe, unter welcher aufder nördlichen Hemisphäre der Passat im Atlantischen Ocean angetroffenworden ist. Der Kronprinz von Preüßen befand sich auf diesem Punktevon Hamburg aus dreizehn Tage in See. Der Passat wehte ohne Unter-brechung, meistentheils aus N.O.z.O. und bei gewinnender Länge ausO.N.O., überaus frisch, ohne von den Canarischen und CapvcrdischenInseln, welche auf der Westseite in der Nähe pasfirt wurden, die min-deste Störung zu erleiden, bis zum 23. Juni Mittags, wo im Parallelder Bissägos-Inseln, Lat. 11° 40' N., Long. 25" 51' W. (nach beidenKrvnometern) die Äquatorial-Gränze gefunden wurde. Das Wetter,welches innerhalb des Passats stets heiter und gut gewesen war, schlugin der Zone der veränderlichen Winde am zweiten Tage um; es trat Re-genwetter ein, das häufig von Gewittern begleitet war; überhaupt unbe-ständiges und, wie der Seemann sagt, böiges Wetter. Der Wind liefin den ersten Tagen um den ganzen Horizont und setzte sich am 1. Juliin Lat. 6° 45' N. in S. W. fest, von bannen er nach S. überging,worauf der Südost-Passat begann. Dies war am 5. Juli 1835 nachder Mittags-Beobachtung in Lat. 4° 38' N. , Long. 17° 28' W. Mansieht, Kapt. Siewert hielt sich weiter in Osten als alle frühern Kapitainepreüßischer Seehandlungs-Schiffe, die auf die südliche Hemisphäre über-gingen, denn er befand sich hier an der Äquatorial-Gränze des Südost-Passats noch im Meridian des grünen Vorgebirgs. Daß der Weg, wel-chen er eingeschlagen, ein sehr günstiger war, erhellet insbesondere auch

22 *