Band 
Erster Band.
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Passate zusammen genommen haben eine Breite von 41°. Wären dieWahrnehmungen zahlreicher, so dürfte es wohl keinem Zweifel unter-liegen, daß sich für die Breite der Passat-Zone auch im großen Oceangenau dasselbe Resultat herausstellen würde, welches oben für das Atlan-tische Meer gefunden wurde, daß sie nämlich den achten Theil des Erd-umfangs betragen. Vergleicht man beide Oceane mit einander, so sehenwir, daß in der Südsee die Polargräuze des Nordost-Passats um etwa3° dem Äquator näher zu liegen scheint, als im Atlantischen Ocean, in-deß seine Äquatorial-Gränze in beiden Meeren nahe gleichen Parallelhat. Dieselbe Identität findet sich bei der Äquatorial-Gränze des Südost-Passats; für sie ist der Unterschied nur '//, also völlig unerheblich. Ebenso möchte man geneigt sein, die Polargränze dieses Passats in beidenOceanen unter gleichem Parallel anzunehmen, denn die Differenz machtnur 1'/;" aus,, und wird sicherlich verschwinden, wenn die Beobachtungenvervielfacht sein werden.

So sind die Passate im Atlantischen wie im großen Ocean und dieMonsune in den Indischen Gewässern, indem sie in einem so großenRaume der Erde regelmäßig oder periodisch wehen, das große Beförde-rungsmittel zur Verknüpfung entgegengesetzter Küsten und Länder, zurVerbindung von Völkern der verschiedensten Racen und Kultur. Mit die-sen Passaten schifft der Mensch in dem unermeßlichen Wasserraume mit ebender Leichtigkeit und Sicherheit, als wenn er einen Strom hinabfährt,und es läßt sich, wie A. von Humboldt bemerkt, als ein eben nicht ge-wagtes Unternehmen denken, die Reise durch die weite See innerhalb derPassat-Regionen in einer Schaluppe ohne Verdeck zu machen. Wohinwir auch den Blick richten, überall in der Natur erkennen wir die All-weisheit und Allgüte des Schöpfers, insbesondere auch hier bei dem Phä«nomen der regelmäßigen Luftströmungen, die für den Erdbewohner vonso unendlichem Nutzen sind, indem sie das, was durch gewaltige Raumegetrennt scheinbar unerreichbar ist, der Zeit nach verhältnißmäßig naherücken. Die Entfernung zwischen den Sandwich-Inseln und Canton inChina ist ungefähr sieben Mal größer als die Entfernung zwischen Berlinund Paris; und dennoch wird jener Seeweg, bei vollkommen günstigenVerhältnissen, d. h. wenn der Nordost-Monsun im Chinesischen Meereeingetreten ist, in eben derselben Zeit zurückgelegt, welchen ein Frachtwagenzu dieser Landreise gebraucht.

Zu einem richtigen Verständniß der Seewege, welche der Handels-verkehr einzuschlagen hat, ist eine vollständige Kenntniß der in den ver-schiedenen Meeren herrschenden Luftströmungen eines der hauptsächlichsten