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Erfordernisse. Leider müssen wir aber auf diese wünschenswerthe Vollstän-digkeit hier Verzicht leisten; denn wir verweilten für diese Umrisse derphysikalischen Erdbeschreibung schon zu lange bei Darstellung der Wind-verhältnisse; doch können wir es uns nicht versagen, noch Einiges einzu-schalten über die herrschenden Winde in zwei Gegenden der Erde, welche aufden großen Handelsstraßen nach der Indischen Welt und den reichen Gold-ländern des Neüen Kontinents gelegen sind : — wir meinen das Vorge-birge der guten Hoffnung und die Südspitze von Amerika, das Kap Hovrn.
Vom Südrande Afrika's laüft, gleichsam als eine submarine Ver-längerung des Kontinents, eine große, aus Schlamm, Sand und Korallenbestehende Platte an dreißig deütsche Meilen weit ins Meer hinaus, welchevon den Portugiesen, den ersten Umschiffern des Vorgebirgs der gutenHoffnung, Bajo de Agulhas oder Nadelbank genannt worden ist. Längsdes Außenrandes dieser Bank lauft der Weg, den die Schiffe nehmen,welche nach und von Ostindien segeln. Hier herrschen vom September biszum April, in den Sommermonaten der südlichen Hemisphäre, S.O.Winde, und vom April bis zum Oktober, d. i.: im Winter oder derstürmischen Jahreszeit N.W. und W. Winde. Am beständigsten sind je-doch die südöstlichen Winde in der zweiten Hälfte des Januar und wäh-rend der Monate Februar und März. Auch im April kann man auf sierechnen, obwol in diesem Monat auch westliche Kühlten nicht selten vor-zukommen pflegen; indeß sind sie von kurzer Dauer. Im Mai habenN.W. und S.W. ein bedeütendes Übergewicht über S.O. und O., undwehen zuweilen in steifen Kühlten längs des Randes der Bank. In denMonaten Juni, Juli und August wehen die westlichen Winde in ihrergrößten Stärke, und keinem nach Eüropa bestimmten Fahrzeug würde indieser Jahreszeit die Umschiffung des Vorgebirges der guten Hoffnunggelingen, käme ihm nicht der westliche Meeresstrom zu statten, welcherdas ganze Jahr hindurch aus dem Indischen Meere längs der Bank inden Atlantischen Ocean sich ergießt. Im August sind die westlichen Windenicht so konstant als im Juni und Juli, obschon heftige Kühlten von kur-zer Dauer erwartet werden können. Diese Luftströmungen sind auch imSeptember, Oktober und November haüfig, ja selbst im December habenSchiffe gegen sie zu kämpfen gehabt, bevor sie das Kap dubliren konnten.Bisweilen fanden sie heftige und plötzliche Böen; doch sind sie währenddieser Jahreszeit im Allgemeinen von kurzer Dauer. Diesen, von Hvrs-burgh mitgetheilten Erfahrungen, reihen wir die Wahrnehmungen an,welche am Bord der preüßischen Seehandlungs - Schiffe bei einer vier-maligen Dublirung des Kaps gemacht worden sind. —