Band 
Erster Band.
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größte Klarheit, und seine Farbe im Zevith war so intensiv, daß mansie hätte mit Berliner Blau vergleichen können. Je dunstleerer die Luft,desto reiner, klarer der Himmel; darum sind die südlichen Gegenden vonEuropa, Griechenland, Italien, Spanien, die Schule, wo der Maler seineHimmels-Studien macht. Aber wie sieht es im Norden der Erde aus?Die Luft auf dem Grönländischen Meere, bemerkt Scoresby, hat mit demWinterhimmel Großbritanniens in gewisser Beziehung Ähnlichkeit; abersie hat ein tieferes Blau, und ihre Durchsichtigkeit ist, bei heiterm Wetterund wenn keine Eiskryftalle in ihr schweben, vielleicht größer. Die Ma-sten der Schiffe erkennt man alsdann ganz deutlich, wenn sie eben erstam Horizonte erscheinen, und manche Berge sind bis auf fünf und zwan-zig deütsche Meilen weit sichtbar.

Das Licht der Sonne und der Sterne, fährt A. v. Humboldt fort,schwächt sich bei seinem Durchgänge durch die Atmosphäre. Diese Ab-nahme des Lichts hangt von der Dichtigkeit der Luftschichten ab; sie istmithin schwächer auf der Spitze hoher Berge und größer im Niveau desMeeres. Die größere Durchsichtigkeit der Luft zwischen den Wendekreisenbewirkt, daß, selbst bei gleicher Höhe, das Licht daselbst weit lebhafter,oder minder geschwächt ist, als in Eüropa. Wie ermüdet man nicht inIndien durch die große Klarheit des Tages, selbst in den Stunden, wannkein Wiederschein Statt findet. Diese geringere Schwächung des Lichtsin der Atmosphäre der Tropengegenden giebt sich auch in ziemlich auf-fallender Weise bei dem Lichte kund, welches der total verfinsterte Mondgegen die Erde zurückwirft, ein Licht, welches der, durch die irdische At-mosphäre hervorgebrachten Beügung der Sonnenstrahlen verdankt wird.In den gemäßigten Zonen ist die Luft zuweilen so dicht und mit Dünstenangefüllt, daß die Mondscheibe ganz verschwindet; aber unter Lat. lv°N. zeichnet die Atmosphäre eine so große Durchsichtigkeit aus, daß Hr.v. Humboldt den Mond während einer Finsterniß fast eben so hell sah,als es der volle Mond bei uns ist, wenn er anfängt, sich über den Ho-rizont zu erheben.

Wenn die Lichtstrahlen sich durch ein Medium bewegen, welchesgleich dicht ist und aus gleichen Bestandtheilen besteht, so sind sie gerade;gehen sie aber aus einem dünnern Medium in ein dichteres über, so wer-den sie von der geraden Linie ab und gegen das dichtere Mediumhingelenkt. Diese Erscheinung, die Refraktion oder Strahlenbrechung,bewirkt, daß wir die Himmelskörper oder entfernte terrestrische hoheGegenstände nicht an der Stelle sehen, welche sie wirklich einnehmen,denn indem der von ihnen in unser Auge gelangende Lichtstrahl aus