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wenn aber zwei Flammen wahrnehmbar waren, Castor und Polluxnannten.
Irrlichter oder Irrwische sind kleine Flammen, die nicht weit vomBoden über sumpfigen Orten und Stellen, wo thierische Körper in Faül-niß übergehen, z. B. Kirchhöfen, Schindangern rc. zur Nachtzeit in derLuft schweben und sich hüpfend hin und her bewegen. Diese Erschei-nung kst, trotz dem, daß sie so haüfig vorkommt, wenig beobachtet wor-den, daher auch die Physiker über ihre Erklärung nicht einig sind. Wäh-rend Parrot und andere das Irrlicht als ein aus Sümpfen entwickeltesPhosphorwasserstoff-Gas ansehen, welches sich mit andern Gasarten ver-mische und an der Atmosphäre entzünde, hält Berzelius diese Entstehungfür unmöglich, weil die Gasarten die Eigenschaft besitzen, sich schnell miteinander zu mengen, und weil dann der eigenthümliche widrige Geruchjener Gasart an allen Stellen verbreitet sein müßte, wo Irrlichter ent-stehen. In den meisten Fällen, fügt Kämtz hinzu, sind gewiß leüchtendeInsekten die Ursache dieser Erscheinung gewesen.
Nun wäre noch der Sternschnuppen, Feüerkugeln und Aerolithen,oder Meteorsteine zu gedenken. Als wir uns, — erzählt A. von Hum-boldt in seiner Reisebeschreibung, — zwischen der Insel Madeira und derAfrikanischen Küste befanden, hatten wir leichte Winde und Windstillen,welche die magnetischen Beobachtungen begünstigten, mit denen ich michauf dieser Fahrt beschäftigte. Wir konnten nicht aufhören, die Schönheitder Nächte zu bewundern; nichts gleicht der Durchsichtigkeit und Heiter-keit des afrikanischen Himmels. Wir staunten über die ungcheüre Mengevon Sternschnuppen, die in jedem Augenblick schössen. Je mehr wirgegen Süden vorrückten, desto haüfiger wurde dieses Phänomen; beson-ders in der Nähe der Canarischen Inseln. Ich glaube auf meinen Rei-sen bemerkt zu haben, daß diese feürigen Meteore im Ganzen genommenin gewissen Gegenden viel gewöhnlicher und leüchtender sind, als inandern. Ich habe nie so viele gesehen, als in der Nachbarschaft der Vul-kane von Quito, und in demjenigen Theile der Südsee, welcher die vul-kanischen Küsten von Guatimala bespült. Der Einfluß, welchen die Ört-lichkeiten, die Klimate und die Jahreszeiten auf die Sternschnuppen zuhaben scheinen, unterscheidet diese Klasse von Meteoren von denjenigen,welche die Aerolithen hervorbringen, und die wahrscheinlich außerhalbder Gränzen unserer Atmosphäre ihren Sitz haben. Nach den korrespon-direnden Beobachtungen der Herren Benzenberg und Brandes hattenviele von den in Eüropa gesehenen Sternschnuppen nur eine Höhe vonro, 00 G; ja man hat welche gemessen, deren Höhe nicht I4,00ü« übertraf.