Band 
Erster Band.
Seite
401
JPEG-Download
 

40 !

Diese Messungen, welche nur Resultate durch Annäherung geben, ver-dienten wol fortgesetzt zu.werden. In den heißen Klimaten, besondersunter den Tropen, lassen die Sternschnuppen häufig einen Schweif zurück,der vierzehn bis fünfzehn Sekunden lang leuchtet; ein anderes Mal er-scheinen sie ohne denselben und theilen sich in mehrere Funken; überdemsind sie durchgängig viel niedriger als im Norden von Europa. Mansieht sie nur bei heiterm Azur-Himmel; und vielleicht hat man sie nieunterhalb einer Wolke wahrgenommen. Oft folgen die Sternschnuppenwährend mehrerer Stunden einer nämlichen Richtung, und diese Richtungist dann die des Windes.

Feüerkugeln, sagt Murray, sind diejenigen leuchtenden Körper,welche gewöhnlich in beträchtlicher Höhe über der Erde erscheinen, zuwei-len von ungeheürer Größe, bald mit rothem, bald blendend weißem Lichte.Sie durchschneiden die Atmosphäre mit außerordentlicher Geschwindigkeit.Zuweilen zerplatzen sie, oder sie entladen Flammenftröme, welche vonDetonationen begleitet find, unter denen Luft und Erde zittern. Einigedieser Feüerkugeln sind wie Blitze auf die Erde herabgeschleüdert worden,haben die Dächer von Gebäuden durchschlagen, Thiere getödtet und Schiffezur See zertrümmert; kurz sie haben oft die verwüstenden Wirkungen desGewitters zur Folge gehabt, mit dem sie zuweilen begleitet sind. EinigeNaturforscher halten diese Feüerkugeln für eine große Anhaüfung elek-trischer Materie, andere für identisch mit den Aerolithen oder Meteor-steinen, deren, so weit die Geschichte reicht, sehr viele aus der Atmosphäreauf die Erde herabgestürzt sind. Die Meinungen über den Ursprungdieser Meteorsteine sind sehr getheilt. Bald glaubt man, sie seien ausden Vulkanen der Erde, bald, aus denen des Mondes ausgeworfen.Wieder ein Anderer behauptet, sie entständen aus der Verbindung undVerdichtung ihrer Bestandtheile, die früher in Form von Gas in derAtmosphäre frei schwebten ; dann sind es auch abgelöste Steine, die sichdurch die endlosen Regionen des Weltraums bewegen, und mit unsermPlaneten zufällig in Berührung kommen. Doch alle diese Ansichten sindwenig mehr als Conjektnren, obschon die Bildung der Aerolithen in derAtmosphäre selbst das Meiste für sich hat.

Noch könnten wir des Schwefel-, Blut- und anderen Regens geden-ken; aber es ist Zeit Abschied zu nehmen von der elastisch-flüssigenHülle der Erde, und unsere Aufmerksamkeit der tropfbar-flüssigen Deckezuzuwenden.

Ll»

VerMuS, Bd. l.