403
mel aufgefangen wird, von dem reinen, durch Destillation erhaltenenWasser nur durch einen Antheil von aufgelöseter Kohlensaure. Das Quell-und Flußwasser enthält mehr von dieser Saure, und mittelst derselbenmehr oder weniger Kalkerde, zuweilen auch etwas Natron und Gips auf-gelöst. Die natürlichen Salzwasser, oder Soolen, enthalten außer einembeträchtlichen Antheil Kochsalz meistens auch noch einige andere Neütral-und Mittelsalze, als Glaubersalz, Gips, salzsaureu Kalk und Bittererde.Das Seewasser enthält, außer den salzigen Theilen, mehr und wenigerErdharz und Phosphor. Die in den mineralischen Wässern am häufig-sten vorkommenden Hestandtheile sind Kohlensaure theils frei, theils mitEisen, Kal^ und Bittererde verbunden, Natron, Glaubersalz, Salpeter,Gips, Bittersalz, salpetersaure und salzsaure Kalk- und Bittererde, schwe-felsaures Eisen und Kupfer, Schwefelalkali, Thonerde, Kieselerde. Jenachdem der eine oder einige der genannten Bestandtheile die Oberhandhaben, enthalten die Mineralwasser andere Eigenschaften.
Erleidet das Wasser den gehörigen atmosphärischen Druck, so ist.esbei allen Temperaturen, welche höher sind als der Nullpunkt des CelsiuS-schen oder Neaumüc'schen Thermometers, flüssig. Am dichtesten ist dasvollkommen reine bei der Temperatur von st- 4°,^ Cent. Ist es bis aufden Nullpunkt des Thermometers erkaltet, so nimmt es gewöhnlich diefeste Form an, es verwandelt sich in Eis; verwendet man übergroßeSorgfalt darauf, Bewegung zu vermeiden, so kann es bis auf die Tem-peratur von — 15° abgekühlt werden, ohne daß es gefriert. Die Eis-bildung beginnt in der Gestalt prismatischer Krystalle, die sich unterWinkeln von 68° oder 128° durchkreuzen, und die Temperatur, wieniedrig sie auch vorher war, steigt augenblicklich auf den Nullpunkt.Während dieses Prozesses dehnt sich die Masse mit außerordentlicherKraft auS, und das Volumen derselben nimmt plötzlich um den neüntenTheil zu. Gläserne Flaschen, die mit Wasser gefüllt und gehörig zuge-pfropft sind, springen während des Gefrierens. Wasser geht bei allenTemperaturen und unter jedem atmosphärischen Druck in Dampf über;ist aber die Elasticität des Dampfs dem Drucke gleich, oder übertrifft sieihn, so erfolgt der Prozeß der Verdampfung mit Heftigkeit und wirdSieden genannt. Bei einem gewöhnlichen Drucke an der Oberfläche desMeeres, wenn das Barometer auf seinem Mittel von etwa 337 Liniensteht, erfolgt dies bei I8ü° der Celsins'schen Thermometerskale (88° Neau-mur, 212° Fahrenheit); aber die Temperatur des Siedepunktes verändertsich mit dem Druck der Luft; sie wird nämlich niedriger, wenn der Druckabnimmt, und höher, wenn er zunimmt; darum siedet das Wasser auf
S6 *