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Kulmination der Sonne erreicht, überstieg während dieser Schifffahrtnicht 2ü°,s, und doch befanden wir uns im Monat Juli und zehn Gradsüdlich vom Wendekreis des Krebses. Die Ausdünstung des Wassers,welche von der Bewegung der Luft und der Wellen vermehrt wird, unddie Eigenschaft der durchsichtigen Flüssigkeiten, sehr wenig Licht an ihrerOberfläche zu absorbiren, tragen gleichmäßig dazu bei, die Wärme derLuft zu mildern, welche auf den Äquatorial-Meeren ruhet.
Die großen, Verschiedenheiten, welche wir in dem täglichen Gang derWärme innerhalb der gemäßigten Zonen auf dem Lande wahrnehmen,fallen auf dem Meere ganz weg. Im offenen Ocean ist der Gang desThermometers so regelmäßig, daß innerhalb der Tropen im Lause einesTages der Unterschied zwischen dem höchsten und niedrigsten Stande zu-weilen noch keinen Grad beträgt. Dieselben Ursachen, bemerkt A. vonHumboldt, denen man die mäßige Wärme zuschreiben muß; welche manbei Durchschiffung der Tropenmeere empfindet, erzeügen auch eine merk-würdige Gleichförmigkeit in der Temperatur des Tages und der Nacht.Im Atlantischen Ocean, zwischen Lat. 11° und 17° N. überschreiten diegrößten Veränderungen der Wärme selten l°,z bis 2°, und oft habe iches wahrgenommen, daß von 10 Uhr Morgens bis fünf Uhr Abends dasThermometer nicht um ü°,z schwankte. Wenn man vierzehnhundert Ther-mometer-Beobachtungen, welche von Stunde zu Stunde auf der Expe-dition des Admirals von Krusenstern in der Äquatorial-Zone des StillenOceans angestellt wurden, näher betrachtet, so sieht man, daß sich dieTemperatur der Luft vom Tage auf die Nacht nur um 1° bis l°,, ver-änderte. Aber diese Regelmäßigkeit im täglichen Gang der Temperaturist nicht auf die Tropen- Gegenden der Oceane beschränkt; sie wiederholtsich in den gemäßigten Zonen auf eine Weise, daß man sagen kann, derUnterschied zwischen der Wärme zur Zeit des Durchgangs der Sonnedurch den Meridian, und der Mittelwärme des ganzen Tages (von vier-undzwanzig Stunden) betrage nur 1° der hunderttheiligen Thermometer-skale. Ich finde diesen Werth (genauer 1°,,) aus der Vergleichung einersehr großen Menge von Beobachtungen, die in allen Jahreszeiten aufdem Atlantischen wie auf dem Stillen Ocean gemacht worden sind. Fol-gende Zusammenstellungen geben einen nähern Beweis von dem so aüßerstregelmäßigen Gange der Luftwärme auf den Oceanen im Verlauf einesTages: —
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