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Äquatorial-Strömung, dessen Richtung von den nördlichen Küsten Bra-siliens bestimmt wird. Er ist von bedeutender Breite; denn er wird zuZeiten in einem Abstände von 7° oder 420 geographischen Meilen vvmLande wahrgenommen; nicht minder zeichnet er sich durch große Ge-schwindigkeit aus, die indessen abnimmt, je mehr er sich den Antillennähert. Daß die Richtung des Windes einen wesentlichen Einfluß aufdiese Strömung ausübt, bemerkt man besonders an der brasilischen Nord-küste, wo periodische Luftströme herrschen; kommen diese aus den west-lichen Gegenden, so ist die Bewegung des Wassers bei weitem nicht sorasch, als zur Zeit der östlichen Winde.
Von ihrem Ursprünge bei Anno Bon bis znm Eintritt in die Ca-ribische See hat die Äquatorial-Strömung eine Länge von mindestens4000 geographischen Meilen. Verfolgt man sie noch weiter aufwärtsder südatlantischen Strömung entgegen, so finden wir in ungefähr Lat.ii° S. eine Geschwindigkeit von 0'",;, I"- und I«-,s in der Stunde, diebis gegen Anno Bon verfolgt werden kann. Im weiter» Verfolg derStrömung, dem Kap Palmas gegenüber, hat man die Geschwindigkeitim August bis 2«-,§ in 1^ gefunden, was vermuthlich von dem gegen-seitigen Druck dieser und der Guinea-Strömung herrührt. Zwischen 12°und 18" W., auf der Nordseite des Äquators, beträgt die Geschwindig-keit zu Ende des Monats Juni und im Anfang des Juli I-«,g bis 3 '",2in der Stunde. Der zuletzt genannte Werth giebt die größte Geschwin-digkeit, welche Rennell in den ihm zu Gebote gestandenen Beobachtungengefunden hat; doch zeigte sich noch ein Beispiel von ähnlicher und nochgrößerer Geschwindigkeit im centralen Theil des Stroms, in der Gegendder St. Pedro Eilande, wo in einem Falle 3«-,s in 1 ^ wahrgenommenwurden. Zwischen den Meridianen von 18° und 32° W. auf der Nordseite,und bis 37° W. auf der Südseite des Äquators, kann man die mittlereGeschwindigkeit der Äquatorial-Strömung auf etwas mehr als 1«- in 1^',oder aus 28«- innerhalb vier und zwanzig Stunden setzen. Doch giebtes auch viele Fälle, wo sie 45 bis 50, und bisweilen sogar 60«- im Ver-lauf eines Tages betrug. Die Jahreszeiten üben hierauf einen gewissenEinfluß aus. Am größten ist die Geschwindigkeit, wenn die Sonne inden nördlichen Zeichen verweilt, d. i.: während der Monate Juni, Juliund August, in welchen die Strömung sich auch am weitesten nach Nordenausdehnt; am schwächsten ist sie, wenn die Sonne weit in dem südlichenZeichen steht, d. h.: in den Monaten December, Januar und Februar.Dies Verhältniß findet sich auch an der nördlichen Küste von Brasilienbestätigt, wo die französische Fregatte La Circä im Mai 1823 genau