579
bald entfernt, da ich anf offenem Meere, 25 bis 30 deutsche Meilen vondem fksten Lande entfernt, die Wasser auch noch 21°,» wie zwischen demCallas und der Insel Sän Lorenzo fand. Die Strömung wendete sichplötzlich bei dem Vorgebirge Cabv Blanco gegen Westen, und wir gerie-rhen nun in wenigen Stunden von Wassern zu 20°,^ und 20°,g in Wasservon 27°, ein Unterschied von zwölf Fahrenheit'schen Graden.
„„Völliger Mangel von Regen und völlige Abwesenheit elektrischerExplosionen, oder wie die Küstenbewohner, trotz der Garua oder nebeligenUmhüllung der Himmelsdecke, rühmend sagen, la sereniclasi peigiMim,siel kerss (die ewige Heiterkeit von Peru), längs des von Erdbeben sooft und so schrecklich heimgesuchten Littvral in der langen Strecke von25 Breitengraden von Cvquimbo bis zur Höhe von Amotape oder Cerri-tos de la Brea. Dieser sonst unbedeutende, aber als klimatische Gränzeso wichtige Hügel liegt nördlich von Chira zwischen Punta Parma undCabo Blanco, ein Vorgebirge, welches spanische Küstenfahrer spöttisch <llmbo'sle Uloi-nvs sie los Oliolo» nennen, weil das Meer in seiner Nähegewöhnlich sehr hohen Wellenschlag hat und die von Guayaquil kommen-den jenseits dieses Vorgebirges zuerst einen starken und kühlen S.W.Wind zu fühlen ansangen. Auch wir haben seit dem 30. December, wowir das Cabo Blanco umschifften, aber von S. nach N., trotz der sonstso gleichförmigen Temperatur der Seeluft, eine ausfallende klimatischeVeränderung gespürt. Das Fahrenheit'sche Thermometer, dessen ich michbediene, stand in den hoher» südlichen Breiten den 30. Decbr. noch umMittag beim heitersten Himmel nur zwischen 70° und 74° (21",« und23°,-), während daß am 31. Decbr. südlich von der Felseninsel Morta-jado es schon um 9^ Morgens, und dazu bei dunstigem Himmel undverschleierter Sonne, auf 80° (26°,?) stieg. Der Boden nördlich von demHügel von Amotape ist kaum 100 bis 130« höher als die südliche Ebene:nichts läßt sich unmittelbar aus den Lokalverhältnissen dieses klimatischenGränzpunktes erklären; seine Wichtigkeit scheint allein durch die allge-meine Richtung der Cordilleren und ihr Verhältniß zu den Winden be-stimmt zu sein. Nur der mehrjährige Aufenthalt eines Physikers andiesem Gränzpunkte, einer wahren Wetterscheide, würde uns befriedigenkönnen über die Fragen, warum man nördlich Regengüsse, Gewitter undeine üppige Vegetation in der Ebene (gegen Guayaquil hin) zu findenanfängt, wenn südlich Regen- und Vegetationslosigkeit, Mangel elektri-scher Explosionen und der sonderbare Anblick des Himmels während derGarna-Monate zwischen der Küste und den Cordilleren herrschen. Jetzt,da der Boden einmal südlich vom Cerro de Amotape von aller Pflanzen-
37