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Erster Band.
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sie fast genau innerhalb der Zone fallen, welche der russische Erdumschifferdafür fand; bei beiden Schifffahrten war die Jahreszeit gleich, allein inHinsicht der Dauer des Phänomens findet der Unterschied Statt, daßKapt. Harmßen mehrere Unterbrechungen des östlichen Stroms hatte.

Die Ursache dieser Ost-Strömung ist, wie mich dünkt, durchaus imWinde zu suchen; da sie an der südwestlichen Gränze des Passates vor-kommt"), so bewirkte hier der Zusammenstoß des am Äquator aufsteigendenLuftstroms mit der vom Pol zuströmenden Luft eine Störung des Nor-mal-Zustandes, die sich nicht selten in der Gestalt eines Sturms zu er-kennen giebt und, wie es scheint, zuweilen so kräftig sein kann, daß sieauf die Oberfläche des Meeres auch in bedeütender Ferne vom Ursprunginnerhalb des Passates von Einfluß ist, ohne daß man an der Stelle,wo man den östlichen Meeresstrvm wahrnimmt, gleichzeitig den Luftstrvmverspürt. Eine Störung dieser Art fand entschieden am 16. April 1829Statt, an welchem Tage ein starkes Gewitter von nördlichen WindenHerbeigetrieben wurde; am 18., wo man die erste N.O.-Strömung wahr-nahm, wehte der Wind aus S.W., und er blieb im westlichen Quartierbis zum 24. April; dann sprang er nach O. zurück, kam aber am 27.April wieder nach Westen; das Barometer fiel von 338'",g, auf 335'",5.und der Himmel hatte ein stürmisches Ansehen; doch kam der Sturmnicht zum Ausbruch. Die nordöstliche Strömung am 3. Mai war mitanhaltend schwachen, doch veränderlichen Ostwinden und mit schönem ru-higen Wetter verbunden.

Auf ihrer zweiten Reise von der Sunda-Straße nach dem Vor-gebirge der guten Hoffnung, im December 1831 und Januar 1832, fanddie Prinzeß Lvuise, Kapt. Wendt, eine genau nach Osten gehende Strö-mung von 10'» in 24ä zwischen 19° 19' und 20° 14' S. und zwischenden Meridianen von 81° 17' und 78° 6' O. Grw.; die drei folgendenTage lief sie im Mittel nach S. 32° O. mit einer Geschwindigkeit von1"> in der Stunde; und dennoch war der Passat nicht unterbrochen; imGegentheil wehte er mit großer Regelmäßigkeit aus der östlichen Welt-gegend, indem er zwischen O.N.O. und S.O. schwankte. Dann tratwieder der westliche Stromgang ein; als sich aber die Prinzeß Louise dersüdwestlichen Gränze des Passats näherte, stellte sich mit S.S.O. undS.-Wind eine nordnordöstliche Strömung ein; es war nämlich:

") Nach Rennell hört der Passat im Indischen Meere gemeiniglich in Lat.270 S., Leng. 55" O. Grw., d. i.: im Meridian der Insel Bourbon, auf.