ORDO I.
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net, ganz in wohlverschlossenen Gläsern aufbewahrt werden. Die, wel-che man aus trockenem, steinigen Boden gräbt, sind bei weitem amwirksamsten und in vielen Krankheiten von ausserordentlichem Nutzen;sie sind vorzüglich krampfstillend und nervenstärkend; werden gegenepileptische und hysterische Zufälle mit Erfolg gebraucht, so wie auchdas daraus destillirte Oel; gegen die Rindvieh-Seuche haben sie ent-schiedene Wirkung, und können statt der w'eit kostbareren Serpentariavirginiana angewandt werden. Von No. 179. findet man nup seltennoch in den Apotheken: Phu (Valcrianae majori/t) radix, herba ( The -riakwurzel) ; die Wurzel von dieser ist aromatischer als die der vor-hergehenden, und wird daher von einigen vorgezogen. Von No. 183.Spicae cdticae radix , Jlores ( Ccltischer Nardcn oder Spik). — DieKatzen lieben den widerlichen Geruch der Wurzeln von den drei er-sten Arten sehr, und geben dies im Frühling durch die lächerlichstenSprünge und Geberden zu erkennen. Getrocknet unter dem Heu istV. dioica ein gutes Viehfutter. V. celtica wird in Italien, in derSchweiz, vorzüglich in Steiermark auf den dortigen Alpen mit derWurzel ausgegraben, und in Fässern über Triest in die Türkei, nachAsien, Afrika und Ostindien gesandt, wo sie zum Räuchern und zuBädern gebraucht wird. V. Phu lässt sich leicht durch Ausläufer ver-mehren und gefällt durch Schönheit und Geruch. V. rubra findet sichjetzt in der ersten Classe unter Centranihus. Sie gedeihen alle leichtin niedrigem Boden.
V alerianella, Lämmersalat, Rapünzchen *).
189. V. carinata Lots. capsula ob longa cymbiformiecoronata. Fedia carinata Rchb. pl. crit. ic. 123. Valerianellasein, umbilic. nudo oblongo Mojus. 3. sect. 7. t. 16. 1. 31.l'olia piimatifida. R.oem. et Schult. 1. p. 361-
Gekielter L. 0. Die.Blätter sind wie bei der gemeinen F. Locu-sta, umgekehrt ei-lanzetlich. Bei Ungstein am Rhein, Koch. Bei Fran-kenhausen in Thüringen, Hornung. In Ungarn, Lang. Böhmen, Berlin.
190. V. olitoria Mach, capsula' globoso-compressa,obb'cjua, obsolete tridentata dorso inani, loculo sterili solilario.Fedia Locusta Rchb. pl. qrit. p. 84. f. 121. 122. — Valeria-na Locusla Linn. Engl. bot. 811-— Valeriana olitoria Willd.CI. leiocarpa R. 121. ß. lasiocarpa R.
Rapünzchen ©. 4. 5. Diese Pflanze gehört nicht unter die seltenen,
*) Hiess in den Büchern bisher durch Verwechselung gewöhnlich: Fe-dia , die wahre Gattung Fedia vgl. oben in der zweiten Classe.Mösler’s Handb. d. Gewächsk. 3 te Aufl. 5