Vorwort,
M au findet eine grosse Lücke in den Werken überPhysiologie, sobald inan sich über die Farben or-ganischer Wesen, Was ihr ursächliches Verliältnissangebt, näher unterrichten will. Selbst Werkeüber Pflanzcn-Physiologie. sind hiervon nicht aus-genommen, was um so mehr au Hai len muss, alsgerade bei der Pflanze das Farben-Verliältniss inseiner primitiven Reinheit hervortritt. Denn ver-folgen wir die verschiedenen Entwickelungs-Stulen
der Geschöpfe etwas aufmerksamer, so drängt sichuns bald die Bemerkung auf, dass eine grössereoder geringere Farbenpracht eines Wesens stetsmit einer grossem oder geringem geschlechtlichenBedeutung desselben parallel läuft. Sie steigt indem Grade, als das Geschlechts-Leben (Erhaltungdes Ganzen) über das Individuum-Leben (Erhal-tung des Einzelwesens) vorwaltet, und nimmt ab,wie jenes sinkt. Dio Pflanze hat unter allen or-ganischen Wesen die grösste geschlechtliche Be-deutung. Sie lebt nur, um sich fortzupflanzen: