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hierin liegt offenbar der Begriff einer Polarität, und-dunkel die Ansicht einer Diffevenzirung des Lichtsdurch taugliche Medien, um Farben zu schaffen, ob-schon B i o t dadurch die Lehren Newton’s fester be-gründet zu haben glaubte.
§• 7.
Genau genommen darf man daher auch nicht voneiner bestimmten Anzahl abgeschlossener Farben imSpectrum reden, da dieses nur eine fortlaufende Scricsvon Farben-Nüanccn, oder, was das Nämliche sagt, dasLicht in fortschreitender Differcnzirung darstcllt. Umsich aber bei diesen vielen Uebcrgängen verständlichmachen zu können, war cs nölliig, die auffallendstenNuancen herauszuheben und als einzelne Farben zubezeichnen. Dies Verfahren musste aber bei der Un-bestimmtheit der Grenzen zwischen diesen Stufen höchstverschieden ausfallcn, und zwar nach der Auffassungs-gabe und den Begriffen, welche man sich von Farben-stufen überhaupt, und von Grundfarben insbesonderemachte, bei einem jeden anders. Daher kommt esdenn, .dass dieser 7, jener 6, der 5, ein anderer 4 odergar nur 3 Farben annimmt, die er Grundfarben nennt,weil sich zufällig daraus die übrigen mischen lassen.Dass aber bei der stufen weisen Fortschrcitung derFarbenänderung, wie sie in der That im Spectrum sichvorfindet, eine Annahme von Grundfarben vollends ohneSinn erscheinen muss, liegt am Tage. Ungereimt istes, sich hierbei auf die Malerfarben zu berufen. Diesemüssen offenbar wegen der chemischen Affinität dermateriellen Substrate bei der 31ischung ganz andere