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Grundriss der Physiologie des Menschen / von Dr. G. Valentin
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b»s Falsches.

Fig 90

D-rd-Ulungder Milch

Verdauung von Fleisch und Milch.

eine grauweiß getrübte Masse, in welcher der bei Weitem größte Theil,wo nicht alles Eiweiß, chemisch aufgenommen und nicht bloß mecha-nisch vertheilt ist.

tz. 448, Das Fleisch verhält sich im Ansänge, wie in einer schwachangesäuerten Flüssigkeit. Das zwischen den Muskelfasern befindliche Pe-rimysium und die eigene Masse von jenen werden durchsichtiger und gal-lertartiger. Man kann das Sarcolemma (lull IV. Lip. i-iv. b.) und diean ihm befindlichen Kerne (o) leichter unterscheiden. Diese Gebilde ver-gehen später. Die Querstreifen der Muskelfasern können aber sehrlange, vorzüglich unter dem Einflüsse der Beschattung erkannt werden.Die Fasermaffe sondert sich dann in Bruchstücke, wie es Fig. 90 anzu-deuten sucht. Man erhält zuletzt eine trübe unvoll-ständige Auflösung des Ganzen. Die breiterenMuskeln erwachsener Thiere widerstehen nach Fre-^ richs länger, als die schmaleren junger Geschöpfe.Das Kochen oder das mäßige Braten beförderndie Schnelligkeit der Lösung unter sonst gleichenNebenverhältnissen.

§. 449. Der Käsestoff kann die Verdauungs-thätigkeit des Magens unter zweierlei Verhältnissenin Anspruch nehmen. Wir führen ihn häufig in fester Form, z. B. imKäse ein. Die Milch gerinnt aber binnen Kurzem unter dem Einflüsseder Magenschleimhaut, so daß der niedergeschlagene Käsestoff von Neuemgelöst werden muß.

ß. 450. Der Käse gehört zu denjenigen Eiweißverbindungen, diezwar von der Verdauungsflüssigkeit bewältigt werden, ihr jedoch einenbedeutenden Widerstand leisten können. Es gehen daher auch nicht sel-ten Ueberreste desselben in den Dünndarm über.

h. 45 l. Verhältnißmäßig sehr geringe Mengen von Magenschleim-haut oder von angesäuerter künstlicher Verdauungsflüssigkeit schlagen be-trächtliche Massen von Käsestoff aus der Milch nieder. Diese Wirkunghängt wahrscheinlich nicht sowohl von der unmittelbaren Neutralisationdes Alkali der Milch, als von einer eigenthümlichen Contactwirkung ab.Die Mengen von Milchsäure, die sich aus dem Milchzucker erzeugen, stehennach Mitscherlich im Anfange in keinem Verhältnisse zu gefällten Käse-stoffquantitäten. Die Eiweißhülle, die jedes Milchkörperchen (LiZ. i.xx.umgiebt, löst sich nicht selten aus, so daß die Oel- oder Butterkügel-chen frei werden und zu größeren Tropfen bei der späteren zufälli-gen Berührung zusammenfließen. Die übrigen Flüssigkeiten werden imMagen größtenteils aufgesogen. Der zurückbleibende Kasestoff- und derFettabsatz vermindern sich unter dem Einflüsse der Verdauungsthätigkeit,bis endlich der Ueberrest.nach dem Zwölffingerdarm weiter geht.

tz. 452. Pflanzeneiweiß, Legumin und Kleber lösen sich gleich denthierischen Eiweißkörpern im Magen auf. Der Leim unterliegt eben-falls. Wie aber das in der sauren künstlichen Verdauungsflüssigkeit gc-