173
Verlauf de-r Saugadern-
unter dem Abgänge der beiden Nierenschlagadern unterbunden und we-nigstens den größten Theil des Blutlaufes in den Hinterbeinen gehemmt,so kann dessenungeachtet das Strychnin, das in eine Schenkelwundeeingebracht worden, Krampfanfälle und selbst den Tod herbeiführen.
Der Erfolg kommt nur später und bisweilen auch unvollkommener zumBorschein.
tz. 527. Da der Milchsaft und die Lymphe dem Blute früher oder „m,,,später beigemischt werden, so drängt sich die Frage, weshalb die Natur "rüm,.,"'die Saugadern neben den Blutgefäßen geschaffen hat, von selbst auf.
Die Betrachtung des Verlaufes der Lymphgefäße kann uns für dieBeantwortung dieses Problemes am Besten vorbereiten.
tz. 528. Die Saugaderanfänge der dünnen Gedärme wurzeln vorAllem in den Darmzotten. Stellt man die Beobachtung zur Ver- ""dauungszeit an, so sieht man hier häufig mit weißem Milchsäfte gefüllteCentralgefäße, die zuletzt keulenförmig anzuschwellen scheinen. Glückli-chere Erfahrungen zeigen jedoch Gabelverästelungen und einzelne wechsel-seitige Verbindungen der Anfangsröhren. Setzen die später zu betrach-tenden Klappen keine durchgreifenden Hindernisse der nach der Periphe-rie gerichteten Einspritzung entgegen, so gelingt es, die reichlichsten An-fangsnetze z. B. an der Leberoberfläche des Pferdes zur Anschauungzu bringen. Diese Erfahrungen sind jedenfalls sicherer, als die mitfreiem Auge wahrnehmbaren blinden Wurzelansänge der Saugadern,welche einzelne ältere und neuere Schriftsteller beschrieben haben. Manmuß jedoch zugeben, daß es noch so gut als gänzlich unbekannt ist, wiedie Saugadern in den meisten Körpertheilen zu beginnen pflegen.
§. 529. Dem sei wie ihm wolle, so stoßen wir dann auf fortlau-sende Stämme, die sich entweder zu dichteren Netzen wechselseitig verei- S°-7d>7».nigen oder wenigstens mit beträchtlichen Querästen unter einander ver-binden. Sie gelangen später zu den einzelnen Saugaderdrüsen, d. h. zuNerknäuelungen von Lymphgefäßen, zwischen denen sich zahlreiche Blut-gefäßstämme ausbreiten.
tz. 530. Es ereignet sich hin und wieder, daß einzelne Milchsaft-gefäße des Gekröses oder anderer Körpertheile in untergeordnete Blut-aderäste unmittelbar münden. Der Milchbrustgang und der Kopsgangbilden aber immer die vorzüglichsten Abzugscanäle, die den Milchsaftund die Lymphe in die Blutmasse überführen.
§. 531. Die von den Beinen, dem Becken und dem Unterleibeheraufkommenden Saugadern sammeln sich zunächst in die Milchsaft-cysterne, n, Fig. 93 (s. folg. Seite). Diese geht dann in den Milch-brustgang 5, der noch die übrigen Saugadern des Unterleibes und desgrößten Theiles der Brust und einzelne von den Armen kommendeZweige aufnimmt, über. Er bildet den stärksten Saugaderstamm undmündet zuletzt in die Vereinigung e der linken Drossel-, e-, und derlinken Schlüsselbeinblutader ck.
Der Kopfstamm /) Fig. 93, in den sich die Saugadern des Kopfes,