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Grundriss der Physiologie des Menschen / von Dr. G. Valentin
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199
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Wellen der Schlagadern. lM

Fig. 110, S. 192.). Da die Anfangstheile von diesen an der Ober-fläche der Kammern dahingehen, so wird auch die kräftigste Systole denEintritt des Blutes nicht hindern. Sticht man eine Kranzschlagader ineinem lebenden Hunde an, so tritt zwar der Blutstrahl nach Kleefeldanhaltend hervor. Er verstärkt sich aber mit jeder Kammerzusammen-ziebung und läßt dann zur Erschlaffungszelt wiederum nach. Die Herz-blutadern entleeren ihr Blut in die rechte Vorkammer zur Zeit der Er-

wir uns vor, a, Fig. 119, bezeichne den Ansangdes Aortensystems, so stößt jede Kammersystoleeine gewisse Menge Blutes in a hinein. DieseErscheinung fehlt hingegen zur Zeit der Diastole.Die von dem Herzen ausgehende Triebkraft ar-beitet daher nicht ununterbrochen. Thätigkeit undRuhe wechseln vielmehr fortwährend ab. Da dieSchlagaderanfänge alles von Neuem hineinge-preßte Blut nicht aufnehmen können, so rücktdie gesammte in den Pulsadern enthaltene Blut-säule eine gewisse Strecke im Augenblicke derKammerzusammenziehung weiter fort.

tz. 611. Wir wollen zunächst annehmen, dieSchlagaderwände gäben gar nicht nach undcksA/rr bezeichneten die Uebergangsbezirke desArteriensystems in die Haargefäße. Würde nuneine gewisse Menge Blutes von a aus in aäaeingetrieben, so müßte eine gleiche Flüssigkeits-masse aus ck, e, A, fl, r auf der Stelle hervortreten. Da dieses nochvor dem Ende der Diastole geschehen wäre, so würde die Blutadersäuleeinen Wechsel von Bewegung und Ruhe liefern. Jede Kammersystolemüßte daher mit ihrem Stoße von Neuem ansangen.

§. 612. Wir haben schon h. 57 gesehen, daß die Schlagader-wände einen bedeutenden Grad von Spannkraft besitzen. Da wir diebei a Fig. 119 dargestellte Biegung für spätere Betrachtungen brauchenwerden, so wollen wir die Einflüsse, welche die Elasticität ausübt, andem geraden Stücke /r/rr der Einfachheit wegen zuerst betrachten.

§. 613. Die Systole, die eine gewisse Flüssigkeitssäule hervorpreßt,liefert einen Druck, der auf den Querschnitt zunächst einwirkt. Dasich aber die Spannung der Flüssigkeiten nach allen Seiten hin gleich-förmig fortpflanzt (§. 81.), so wirkt sie an und für sich eben so gutaus den Querschnitt als auf die Seitenwände /cm und Siebegegnet hierbei gewissen Widerständen in beiderlei Richtungen, dem derschon vorhandenen Blutsäulen in />-</ und dem des Beharrungsvermö-gens der Seitenwände /r ,» und yr.

Wären diese vollkommen starr, so könnte die Druckkraft nur so vielvon nach mr verdrängen und neue Flüssigkeit einschieben, als ihr

Weiterung derselben.

§. 610. StellenMq. 11N.