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Henricus de Langenstein dictus de Hassia : zwei Untersuchungen über das Leben und die Schriften Heinrichs von Langenstein / von Otto Hartwig
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8
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Schrtften deren Verfasser zweifelhaft sind.

eine gefunden, deren Eingang nicht ganz wörtlich mit dem Druckeübereinstimmt. Denis I, 2215. Der Verfasser ist hier in derHandschrift nicht genannt.

B. Schriften deren Verfasser zweifelhaft sind.

1. Epistola Luciferi ad clerum.

Inc. Lucifer princeps tenebrarum e. t. c.

Als nach der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts der Zustandder Kirche ärger und ärger wurde, erhoben sich viele strafendeStimmen gegen die vom Throne des Stellvertreters Christi ausimmer weiter um sich fressende Entsittlichung aller Lehensver-hältnisse. Da man aber trotz aller Strafreden und Ermahnungenkeine Besserung bemerkte, so zweifelte man an der Kettung derKirche, gab sich Vorstellungen von der nahe bevorstehenden An-kunft des Antichrists hin und ging so weit, die Mehrzahl derDiener der Kirche für Diener des Satans zu erklären. Von einemzwiefachen Standpunkte aus konnte man zu dieser Ansicht gelan-gen; entweder war man ein Anhänger der katholischen Kircheund ihrer Dogmen und sah, wie die, welche bestimmt waren, dieKirche zu heben und auszubreiten, den Lauf der Wahrheit inUngerechtigkeit aufhielten, oder man war ein erklärter Feind derbestehenden kirchlichen Dogmen und Gebräuche und als solchermusste man in dem Pabste den Antichrist erkennen. Zu derletzteren Partei gehörte WiclilTe und seine Anhänger, namentlichder Verfasser des Commentars zur Apokalypse, den Luther 1528herausgab und der für die orthodoxen lutherischen Excgeten klas-sisch wurde *) Auf Seiten der erstem steht der Verfasser unse-res Briefs, den er in dem Namen Lucifers an den Klerus seinesZeitalters richtete.

Unter den Sendschreiben des Teufels, die gegen Ende des

1) Commentarius in Apocalypsin ante Centum Annos cclitus. Witten-bergae MDXXVIII. Das Buch ist offenbar von einem Engländer ltir-wäus? nach 1389 (p. 122) und wahrscheinlich 1390 und nicht 1338 ge-schrieben, wie Luther im Erratenverzeichnisse (p. 170) angibt. Hier wirdzum ersten Male der labst für den Antichrist der Apokalypse erklärt.