Buch 
Erstes Bändchen. Von der ältesten Zeit bis zu Christoph Columbo's Tode / von Karl Falkenstein
Entstehung
Seite
150
JPEG-Download
 

150

Portugiesen mit so glücklichem Erfolge gemachthatten, unmöglich verborgen bleiben. Ihm mußtealso auch die damals herrschende Meinung derPhysiker, daß unser Erdkörper auch auf der zwei-ten Hemisphäre eben so wie auf der ersten mitWasser und Land bedeckt sei, nothwendig be-kannt seyn. Er hatte in seinem vierzehntenJahre schon das ganze Mittelmeer, und selbstdie Gewässer von Island befahren, und in die-sen nördlichen Gegenden höchst wahrscheinlichvon den vor etwa einem halben Jahrtausendgemachten Entdeckungen Winlands (Neufund-land) gehört, wenn ihm nicht schon in Italiendie Reise der Brüder Zeno bekannt war. Esist jedoch zu bezweifeln, daß er diese Länderfür einen eigenen neuen Erdtheil hielt, sonderner dehnte wahrscheinlich (dem Ptolomäus fol-gend) Asien übertrieben »ach Osten hin in dieBreite, so daß sich der AusdruckWesttn-dien^ bei Columbus erklärt, und PaoloToscanslli (Paulus Physikus) sein Rathge-ber, hielt auch die Inseln vor Indien nicht zuweit von Europa's Westküste entfernt.

Ueberzeugt von der Kugelgestalt unserer Erde,und ohne Zweifel auch vertraut mit den Reisender alten Skandinavier nach Grönland, führteihn dieß Alles, und vielleicht auch die Bekannt-schaft mit Martin Behaim's Globus, der auchauf der Westhälfte ein Land darstellte, auf einesehr natürliche Weife zu dem Gedanken, nachjenen gold- und gewürzreichen Ländern des glück-lichen Indiens ebensowohl von Westen aus ge-langen zu können, als von Osten; und bei derminder bestimmten Kunde über die Größe der