102
der zugeführt wurde. — Durch diese Handlungwar das Zutrauen augenblicklich hergestellt, undder Kazike selbst, (so nannten die Eingebor-nen ihren König,) wollte die Menschenkennen lernen, von denen man soviel Gutes erzählte. Guacanagari,ein riesig großer Mann, ganz mit Goldblechenüberdeckt, machte Columbus seinen Besuchund hatte bei einer baldigen Strandung Gele-genheit, seine gutmüthige Dienstfertigkcil gegendie Spanier an den Tag zu legen. Dagegenversprach ihm der Admiral, sein Land und Volkgegen die mörderischen Angriffe der wilden Ka-raiben, die sich von Mcnschenfleisch nährten,zu beschützen. Er benutzte diese Gelegenheit,um mit Einwilligung des Kaziken eine Art vonFestung auf der Insel anzulegen. In diesemFort, welches man I^aNativituä benannte,und das ungefähr dreißig Stunden von demOrte, wo heute die Capstadt liegt, an der Baivon Caracole erbaut gewesen, ließ er achtund dreißig Mann unter dem Befehl eines ge-wissen Diego d'Arena zurück, ging dann am4. Januar 1493 unter Segel, um die Nord-küste dieser Insel genauer kennen zu lerne»,und nahm endlich seinen Rückweg nach Spa-nien. Das Wetter war überaus günstig, undnichts schien mehr der glänzendsten Vollendungseines Unternehmens entgegen zu stehen, als aneinem Morgen — es war der 12. März — sichplötzlich ein ungewöhnlicher Sturmwind erhob,und die voranscgelnde Pinta von dem Ge-schwader trennte. Schon gab Columbus selbstbei dem immer zunehmenden Orkan, die Hoff-