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Erstes Bändchen. Von der ältesten Zeit bis zu Christoph Columbo's Tode / von Karl Falkenstein
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Colon's glückliche Heimkehr mußte unterden Seemächten großes Aufsehen erregen.

Statt höchstens einen neuen Weg nach Ost-indien entdeckt zu haben, zeigte sich hier plötzlicheine neue Welt, neue Menschen, neue Productsund übergroße Schätze von Gold und Kostbar-keiten aller Art.

Welch ein Reiz für den Handel und diegierige Politik! Daher suchte Spanien diesewichtige Entdeckung nur allein zu genießen;Portugal aber konnte vermuthen, daß diese neuenLänder mit Ostindien in Verbindung ständen,und daß Spanien auf diesem neuen Wege ihmden Lohn seiner Arbeit entreißen würde.

Dieß gab Veranlassung, um Fehden zuvermeiden, zu dem, nur in solch' einem bigot-tischen Zeitalter gültigen Schritte, sich durchdie geistliche Macht des Papstes die weltlichenGüter jener entfernten Erdtheile wechselseitigzusichern zu lassen.

Alexander VI. erließ im Mai 1493 eineBulle,9*) in welcher er, vermittelst einer Li-nie, von einem Pole zu dem andern gezogen,hundert Meilen westwärts von den kanarischenInseln, die Grenze zu seyn gebot zwischen denauswärtigen Besitzungen der Portugiesen undSpanier. So verschenkte ein Priester unterdem Siegel der Religion ungeheure, ihm so-wohl, als fast allen Europäern noch unbe-

91) Diese Bulle findet sich ausführlich in: 6omars,dist. xenar. <Iv las Inäias und aus diesem Werkeins Deutsche übertragen in: Lllg. Reisen zu Was-ser und zu Lande, B. XIU. S.37. folg.