Die Strasse verlässt nun die linke Thalseite und führt hin-über nach Hätzingen, wo sie sich mit der kleinern, rechts-ufrigen Strasse vereinigt.
Es wird schwer zu entscheiden sein, welcher der beidenWege von Schwanden nach Hätzingen an landschaftlichemReize reicher sei. Beim rechtsufrigen ist zwar ein Theil desThalhintergrundes, nämlich die Berge östlich vom Tödi , durchden Kilchenstock verdeckt. Dafür aber ist der Blick auf dieGlärnischkette und die Clariden um so freier. Alles ist länd-licher, schlichter, stiller; namentlich die Strecke von Haslen bis Hätzingen , auf welcher das Strässchen sich lieblich durchgrüne Wiesen schlängelt, ladet zu ungestörtem Naturgenuss ein.
Der zerstreute Weiler Zusingen, den wir von Schwanden aus zuerstbetreten, fordert zum Besuch eines aus dem 14. Jahrhundert stammendengrossen Hauses auf, das wohl einst ein vornehmer Herrensitz war, jetztkeinen Eindruck mehr macht, aber als historische Antiquität Beachtungverdient. Es ist nämlich das elterliche Haus des Bürgermeisters RudolfStüssi von Zürich , der durch seinen Starrsinn den sogenannten altenZürichkrieg unrühmlichen Andenkens, den ersten Bürgerkrieg der Eid-genossenschaft , heraufbeschwor und in der Schlacht bei St. Jakob alsAnführer der Zürcher auf der Sihlbrücke tapfer kämpfend tiel (1443).Das Gebäude trägt im Innern noch ordentlich erhaltene Spuren seineseinstigen Schmuckes. In einem andern Hause wohnte der durch phäno-menale Kraft und Grösse zum unsterblichen Dorfhelden gewordene JostHefti. Unmittelbar vor Haslen erinnern Mauerreste an die zur Refor-mationszeit viel umstrittene St. Wendelsfcapelle, dem einstigen Ziel zahl-reicher Kreuzgänge und Wallfahrten aus der Umgegend.
Haslen selbst, ein sauberes, freundliches, mit Wirths-häusern reich gesegnetes Dorf (588»?, mit Zusingen 788 Ein-wohner, !/2 Stunde von Schwanden und Hätzingen, Civilgemeinde,Bahnstation, Spinnerei) zieht sich anmuthig an einem Abhangempor und zeigt in seiner Bauart wie so viele Dörfer desThaies das friedliche Nebeneinander von Landwirthschaft undFabrikarbeit. Ein lohnender Spaziergang führt bergan zu derkleinen Kuranstalt Tannenberg Q/i St.), den reizend gelegenenAuenbergen ( 3 /4 St.) und auf die Schönau (1845 m), den überHaslen vorgeschobenen Gipfel der Freibergkette, einen derherrlichsten Punkte des Landes, wo man einen unvergleichlichschönen Blick auf das Glärnischmassiv und das ganze Glarner -