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begab. KLnig Karl II. von England ernannteihn zum Ritter und brauchte ihn wegen seinerKenntnisse in der Folge zu mehreren ehrenvol-len Gesandtschaften an die vereinigten Staatenvon Holland. London würdigte zuerst sein Ver-dienst und sah sein treffliches Neisewerk 1686in Folio mit achtzehn guten Kupfern erscheinen.Dieser Ausgabe folgten bald zwei audere nach,wovon die eine in 10 Bänden von ihmselbst besorgt, und durch treffliche Kupferstichenach Zeichnungen des verdienstvollen KünstlersGrelot, welcher die Reise mitgemacht hatte, ver-schönert ward. Das einstimmige Zeugniß allerReisenden, welche seit Chardin die nämlichenGegenden bereiset haben, bestätigte eben sowohlseine Wahrheitsliebe, als die mannichfaltige Aus-bildung seines Geistes und die Tiefe seinerBeobachtungen.
Aus Chardin's Werke, und besonders ausseiner Beschreibung Pcrsiens, lernten Helvetius,Montesquieu, Gibbon, Rousseau und anderePublicisten und Philosophen, die Grundzüge derdespotischen Regierungsform kennen, die sie sokräftig schildern.
Neben seinen wackern Landsleuten Dernierund Chardin glänzt in der Entdeckungsgeschichteauch mit unzweideutigem Ruhme Jean Bap-1665 tiste Tavernier, der Sohn eines Landchar-tenhändlers von Antwerpen, dessen Vater wäh-rend der Unruhen in den Niederlanden zn Pa-ris einen Zufluchtsort suchen mußte. Die geo-graphischen Charten, die täglich vor seinen Au-gen ausgebreitet lagen, und die Gespräche mitden vielen Neugierigen, welche das Gewölbe