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seines Vaters besuchten, erregten in ihm früh-zeitig eine lebhafte Begierde, zu reisen. Dieerste Gelegenheit, die sich dazu darbot, wurdeergriffen, und im zwei und zwanzigsten Jahrehatte der feurige Jüngling schon fast ganz Eu-ropa gesehen. Ais Page des Vicekönigs vonUngarn that er sich besonders als Freiwilligerbei der Belagerung von Prag und wahrend desganzen Krieges gegen die Türken hervor. We-gen der vielen Kenntnisse und ausgezeichnetenEigenschaften erhielt er einen Nuf, zwei jungeEdelleute nach Constantinopel zu begleiten. Alleinkaum war er in dieser Stadt angekommen, sowar auch der Entschluß schon gefaßt, weiternach Asien vorzudringen. Seine ihm anver-trauten Knaben ihrem Schicksale überlassend,reihere er sich einer Karavane an, und zog nachPersien und von da durch Bengalen nach Hind-ostan. Von dem Großmogvl gut aufgenommen,und mit Bedeckung versehen, durchstreifte eralle Staaten jenes mächtigen Reiches, sah underforschte viele Provinzen und Länder, wohinvor ihm noch kein Europäer gekommen war, undkehrte erst, als er sich durch Juwelcnhandel be-reichert hatte, wieder nach Europa zurück. —Seine gesammelten Schätze verkaufte er demKönige von Frankreich Ludwig XIV., welcherihn dann zum Zeichen seiner Gnade in denAdelsstand erhob. Außer dieser Reise machteTavernicr noch fünf andere Fahrten nach Asien,und reiscte in hohem Alter noch in die nörd-lichsten Gegenden Rußlands, blos, um der Ge-nugthuung zu genießen, daß ihm kein Land Eu-ropas, noch der asiatischen Regionen, unbekannt