Die
Genera und Species
meiner
Cetoniden-Sammlung.
II. Teil:
Trib. Cetoniadae, Diplognathidae und Cremastochilidae.
Allgemeines.
O
Es ist hier wohl am Platze, einige allgemeine Bemerkungen über die schöne Käferfamilieder Cetoniden vorauszuschicken und die Litteratur über diese Nächstverwandten unseres grünenRosenkäfers kurz zu besprechen.
Die Cetoniden sind pentamere Käfer aus der grossen und scharf umschriebenen Unterklasseder Lamellicornier oder Käfer mit blätteriger Fühlerkeule. Sie bilden demnach mit den Trichiaaen,Melolonthiden (Maikäfern), Dynastiden (Nashornkäfern), Ruteliden und Coprophagen (Mistkäfern)eine gut umschriebene Gruppe von Pflanzenstoffen lebender Käfer, deren Hauptmerkmal in den ge-brochenen Fühlern mit blätterigen Endgliedern liegt. Bei den Cetoniden sind die Geiselglieclerkonstant in der Zahl von zehn, die Blätter der Keule von drei vorhanden. Während die übrigenBlatthornkäfer von Kot phytophager Säugetiere oder von Blättern sich nähren, besteht die Nahrungder Cetoniden aus offenen Pflanzensäften, Nektar der Blüten und freiaustretenden Baumsäften. Dem-entsprechend sind auch die Mundwerkzeuge modifiziert. Das Hauptmerkmal ist die häutige Um-gestaltung der Oberkiefer, die nur noch einen schmalen, hornigen Aussenrand zeigen, während dieeigentliche Kaufläche ganz membranos ist und also nicht zum Zerkleinern fester Objekte dienenkann. Diese Haut geht von einem vorstehenden Basalzahn aus. Auch die starke Entwicklung desZungenteiles der Unterlippe dient der Aufnahme flüssiger Stoffe, da sie wohl wie ein Löffel wirkt.Mit Recht hat daher Latreille (schon 1822 ) die Cetoniden Melitophila (Nektarlecker) genannt.
Die Eier werden wohl von allen Cetoniden unterirdisch abgesetzt, da die Larven von Mulmoder absterbenden Pflanzenteilen, vielleicht auch von Wurzeln zu leben scheinen; daher haben alleCetoniden Grabfüsse wie die übrigen Lamellicornier, d. h. kräftige, meist etwas verbreiterte Vorder-schienen, die am Aussenrand bezahnt sind, deren Füsse aber stets einfache Klauen tragen. Die Zahl derAussenrandzähne ist durchschnittlich drei, wenigstens nie mehr, der Endzahn miteingerechnet, Dassdie Füsse eben gerade eine Anpassung zum graben sind, beweist am besten die häufige Geschlechts-differenz der Vorderschienen, die beim Weibchen meist kräftiger und oft reicher bezahnt sind, alsbeim Männchen, welches sich ja zur Fortpflanzung der Art nicht in Erde oder Mulm eingrabenmuss. Hingegen sind jene Vorderschienen beim cf hie und da zu Greiforganen entwickelt (vieleGoliathiden), indem sie an ihrer Innenkannte starke Zähne oder steife Bürstenhaare tragen, um